Elternmeinungen

Die Qual der Wahl

Vor zwei Jahren mussten wir mit unseren beiden Kindern, damals 6 und 8 Jahre alt, aus beruflichen Gründen unsere Heimat am Niederrhein verlassen und ins Bergische Land ziehen. Die Wahl der Schule stand bevor. Per Internet versuchten wir, uns einen Überblick über die Grundschulen in Wermelskirchen zu verschaffen, was nicht leicht war, denn damals verfügte keine der Grundschulen über eine so aussagefähige Webseite wie es nun die Schwanenschule tut.

Immerhin erfuhren wir von der Existenz der sieben verschiedenen Grundschulen im Stadtgebiet von Wermelskirchen und vereinbarten telefonisch Termine mit zunächst zwei Schulleitern, um uns ein Bild von den Schulen zu verschaffen. Da unsere Kinder in Krefeld zwei verschiedene Grundschulen im selben Stadtteil besuchten (eine städtische, eine katholische), hatten wir schon gewisse Vorstellungen, wie die neue Schule aussehen sollte. Zum Beispiel wünschten wir uns neben einer Erziehung zu christlichen Werten auch eine individuellere Förderung der Kinder. Diesbezüglich waren wir von unserer konfessionellen Schule in Krefeld ziemlich enttäuscht worden, weswegen wir auch das zweite Kind dann an der anderen Schule eingeschult und mit dieser Wahl einen großen Glücksgriff getan hatten.

In Wermelskirchen statteten wir dann an einem Vormittag zwei Schulen, deren Adressen wir im Internet gefunden hatten, einen Besuch ab und waren leider ziemlich enttäuscht, dass wir auf unsere konkreten Fragen z.B. nach Förderung stärker begabter Kinder keine konkreten Antworten bekommen konnten. Auch das äußere Erscheinungsbild der zuerst angesehenen Schule mit Uraltexponaten von ausgestopften Waldtieren und wenig aktuellen Arbeiten der jetzigen Schülerschaft schreckte uns eher ab. Eine Begeisterung wollte auch in der zweiten Schule nicht so recht aufkommen...

Ziemlich ratlos standen wir also im Herzen von Wermelskirchen und überlegten, was nun zu tun sei, ob wir unverrichteter Dinge wieder heim fahren sollten oder vielleicht spontan und aufs Geratewohl noch eine dritte Schule, die Schwanenschule, in Augenschein nehmen sollten. Gesagt, getan – wir fragten uns durch und näherten uns der Schule vom Schulhof her und waren gleich sehr angetan von der Anlage des Hofes mit dem Klettergerüst und den Beeten und den schön geschmückten Fenstern. Die handgeschriebenen Schulregeln, die am Eingang hingen, beeindruckten uns!

Im Sekretariat wurden wir sehr freundlich empfangen: Frau Maus hatte zwar nur wenig Zeit, aber sie bat uns trotzdem gleich in ihr Zimmer und kaum hatten wir unseren Wunsch nach eventueller Einschulung unserer Kinder zur Sprache gebracht, legte sie uns einen Flyer über die Schwanenschule auf den Tisch, erzählte von „Klasse 2000“, von Förderunterricht für begabtere Schüler, von der Englisch-AG für dritte Schuljahre, von Patenschaften, von Wettbewerben, Autorenlesungen, Lesenächten....Wir waren überrascht, was man in einer Schule außer Frontalunterricht noch so machen kann...

Nach wenigen Minuten war uns klar, dass wir eine Entscheidung zugunsten der Schwanenschule treffen würden (schon getroffen hatten!) und nachdem wir noch einen Rundgang durch die schön geschmückten und gepflegten Flure unternommen, die Schülerarbeiten in den Glasvitrinen vor dem Lehrerzimmer und die aktuellen Fotos der Klassen und des Lehrerkollegiums bewundert hatten, waren wir uns sicher, dass unsere Kinder sich an diesem Ort würden wohl fühlen können.

Mittlerweile sind zwei Jahre vergangen, unser Sohn hat die Schule bereits verlassen, um das Gymnasium zu besuchen und obwohl wir inzwischen in Dabringhausen wohnen, geht unsere Tochter weiterhin in die Schwanenschule, „weil uns die Schwanenschule so gut gefällt“ (Originalton Johanna).

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