Frühbetreuung
Es ist November, 7.45 Uhr auf dem Schulhof der Schwanenschule. Es regnet. Die Fenster der Schule sind hell erleuchtet. Auf dem Aufstellplatz erwarten mich eine handvoll verfrorene Kinder. “Da bist du ja endlich. Komm, wir gehen schnell hinauf.“ Die Kinder drehen auf dem Weg nach oben ein Ampelschild auf grün. Das bedeutet für die später Ankommenden: wir sind da, die Klasse ist offen, komm nach oben.
Es ist meine erste Frühaufsicht. Ich weiß nicht so recht, was auf mich zukommt. Muss ich die Kinder unterhalten? Was machen sie in der nächsten viertel Stunde? In der Klasse angekommen packen alle wie selbstverständlich ihre Schulranzen aus. Einige Kinder zeigen mir ihre Hausaufgaben, andere erklären mir die Werkstattarbeit. In der Klasse stehen viele Aufgaben für die Kinder bereit. „Daran sollen wir morgens arbeiten.“ Aha, dann bleibt für mich ja wenig zu tun, denke ich. Stolz erklären mir drei Kinder die Technik, mit der sie im Kunstunterricht die Bilder an denn Wänden erstellt haben. Einige zeigen mir die Bücherecke und die Bücher zum Thema des Sachunterrichts. Ich finde es sehr spannend, alles erklärt zu bekommen.
Ein paar Kinder können ihre Werkstattaufgabe nicht lösen. „ Wer kann ihnen helfen?“ frage ich und schnell findet sich ein Schüler, der die Aufgaben mit seinen Klassenkameraden durchgeht.
Plötzlich steht die Lehrerin in der Tür. Keiner hat das Klingeln gehört. Erstaunlich, wie schnell die Zeit vergangen ist. Ich nehme noch am morgendlichen Stuhlkreis teil. Wir begrüßen uns und singen ein Lied. Danach verabschiede ich mich. Alle Kinder rufen „Tschüss, bis nächste Woche“. Ich freue mich schon darauf! Ich bin dem Schulalltag meiner Tochter ein bisschen näher gekommen.




