Pressespiegel
Artikel vom: 26.05.2011 (rga-online.de)
Erste Proben für die Schüler-Kultur-Tage laufen
Von Thomas Wintgen
Kinder der "Fuchsklasse" (1./ 2. Schuljahr) der Schwanenschule sowie Jugendliche des Chors "Joycing" des Gymnasiums proben diese Woche drei Tage lang gemeinsam die Aufführung eines Musicals - die Vorbereitungen der Ereignisse der ersten Schülerkulturtage laufen auf Hochtouren.
Gleich zu Beginn kam den beiden Lehrerinnen Gabriele Nauroth und Silke Vogel die Idee, dass sich die 14 Mädchen und zwei Jungen des Gymnasiums jeweils um ein Kind aus der "Fuchsklasse" kümmern.
Nauroth hat einen drehbuchähnlichen Plan dazu aufgestellt, nachdem die älteren Schüler den jüngeren auch schon mal auf die Schulter tippen sollen: "Du bist jetzt dran!" So konnte die "Froschklasse"-Lehrerin gestern bei der ersten Durchlauf-Probe mal versuchen, sich eher im Hintergrund aufzuhalten.
Die Kinder finden das prima. Weil die Zweit- für die Erstklässler schon die "großen" Paten sind, sind die Schüler des Gymnasiums folgerichtig die "Riesen"-Paten. äIm Musical gibt's vorwiegend kleine Leute. Schließlich heißt das Märchen auch "Die kleinen Leute von Swabedo" (das geht auch mit zwei "o").
Diese kleinen Leute liebten am meisten, einander warme, weiche Pelzchen zu schenken - bis ein grüner Kobold Zwietracht sät und die kleine Welt der kleinen Leute durcheinander bringt ...
Die Kombination der "Joycing"-Jugendlichen, die hauptsächlich singen möchten, mit den Grundschülern, die lieber schauspielern als singen, klappt prima.
Zunächst wollten nur zwei, drei Grundschüler mitmachen. Als sie mitbekommen haben, dass das ne coole Sache wird, wollten alle eine Rolle. So kommt es, dass Gabriele Nauroth und Silke Vogel noch ein paar Rollen hinzugefügt haben - den Bäcker zum Beispiel. Und um noch mehr Abwechslung zu haben, werden bei den Aufführungen Kinder der Tanzschule "Momo" die dritte Dimension des Musicals hinzufügen.
Nauroth ist für Kostüme und das Theater verantwortlich, Vogel für die Technik und die Musik. Sie hat ganz viel arrangiert und gesetzt und mit ihrem Ensemble einige Titel aus dem Rock- und Pop-Bereich herausgesucht und eingefügt, "die uns gefallen". Die Zuschauer können sich auf die Feen- und eine Streitmusik freuen, auf "Wünsch dir was" und Traurigkeitslied, auf die "Verwirrtheitsmusik" oder auch den Swabedoo-Blues.
Zwei Aufführungen gibt es am Donnerstag, 30. Juni: während der dritten / vierten Stunde für Schüler, um 18 Uhr für die Öffentlichkeit. Da hoffen natürlich vor allen Dingen die singenden, spielenden und tanzenden Darsteller auf der Bühne darauf, dass viele Menschen kommen und zuschauen und staunen.
Karten gibt's an der Abendkasse sowie im Vorverkauf in den beiden Schulen für 2 Euro; sie gelten für fast alle Veranstaltungen. Familienkarten kosten 6 Euro.
Artikel vom: 25.05.2011 (rga-online.de)
Wohngebiet lernt sich auf Spielplatz besser kennen
Von Andreas Weber
Seit September 2010 pflegt die Klasse 3 d der Schwanenschule als Pate den Spielplatz an der Stettiner Straße. Alle 14 Tage räumt sie dort für eine Stunde auf. Fegt, sammelt Müll auf, holt Scherben aus dem Sand, meldet Mängel dem Bauhof.
Gestern Nachmittag luden die 25 Schüler und Klassenlehrerin Gunhild Dahlhoff zum 1. Spielplatzfest ein.
Mit bunten Fähnchen hatten sie die Eingrenzung geschmückt, Getränke mitgebracht. In seiner Ansprache verkündete Schüler Niklas Nitschke (9): "Wir würden uns freuen, wenn sich die Menschen, die hier in der Nähe wohnen, etwas besser kennenlernen und Spaß miteinander haben."
Zwei Stunden lang herrschte reges Aufkommen. Nicht nur die 3 d mit Eltern, sondern auch die Nachmittagsgruppe der Kindertagesstätte Wielstraße und viele andere Kinder aus dem Wohngebiet kamen zum Toben, nutzten das festinstallierte Angebot sowie das Spielmobil der evangelischen Kirchengemeinde, das Robert Dahlhoff mitgebracht hatte.
Gestern herrschte Eintracht. Manchmal aber sei die Patenschaft aber auch frustrierend, findet Niklas: "Es ist enttäuschend zu sehen, wenn schon wieder viele Zigarettenkippen und Verpackungsmüll herumliegen."
Dennoch ist die 3 d aus Überzeugung dabei. Für Jannik Esch (9) ist klar: "Wir können dazu beitragen, dass noch mehr Menschen auf die Idee kommen, die Umwelt zu schützen."
Die Patenschaft will die 3 d nächstes Schuljahr fortsetzen. Eine solche Arbeit lebt von der Kontinuität", meint Gunhild Dahlhoff.
Artikel vom: 13.05.2011 (rga-online.de)
Experimente auf dem Flur
Von Michael Albrecht
Jennifer ist total fasziniert. Immer wieder betätigt sie den Schalter und setzt die Luftströmung in Gang damit die Ballons tanzen. Die Fünfjährige besuchte gestern mit ihrer Mutter Andrea Lange den Familienforschertag der Schwanenschule.
Schließlich soll sie demnächst an der Jahnstraße eingeschult werden.In der Grundschule an der Jahnstraße drehte sich seit Anfang der Woche alles um Naturwissenschaften und die "Miniphänomenta".
30 Stationen haben die Lehrerinnen Christiane zur Heide und Anke Arnold nach gemeinsamer Fortbildung im Verein mit einigen Mitarbeitern der IT-Abteilung der Burscheider Firma Johnson Controls bereits vor einer Woche in den Schulfluren aufgebaut, so dass die Schwanenschüler seit Montag ausreichend in den Pausen und vor Schulbeginn Gelegenheit hatten, sich mit den naturwissenschaftlichen Experimenten zu beschäftigen.
"Dabei geht es nicht um den Prozess, sondern um den Ablauf", erklärt Rektorin Carolin Maus. Der Spaß an der Beschäftigung mit Naturwissenschaft soll über die eigenen Entdeckungen gefördert werden. "Die Erklärungen werden zum Teil nachgereicht", erläutert Christiane zur Heide das Ausstellungskonzept.
Und was die Kinder im Laufe der vergangenen Tage entdeckt haben und wie sie die naturwisschenschaftlichen Phänomene deuten, das konnten die Eltern gestern beim Familienforschertag selbst einmal herausfinden.
Kela Krieger (8) hat bereits einen Kenntnisvorsprung und durchaus Erklärungsvarianten, warum sich an der Lichtstation die Solarmühle dreht. Ist es die Wärme? Von dieser Station ist auch Anna Fischer (7) angetan, die gemeinsam mit Vater Timo und Schwester Mara (5) die Ausstellung im wahrsten Wortsinn erlebt.
Auch gestern war wieder Dr. Jörg Hagen mit 16 Kollegen von Johnson Controls an den Stationen aktiv.
Der Rechenzentrumsleiter wurde durch seinen Mitarbeiter Martin Gregor, dessen Tochter die Schwanenschule besucht, auf das Projekt aufmerksam und war begeistert.
Die Burscheider Firma unterstützt die "Miniphänomenta" nicht nur durch die aktive Mitarbeiter, sondern auch mit einer 1000-Dollar-Spende, mit der ehrenamtliches Engagement ihrer Angestellten belohnt und die Ausstellung in der Schule möglich geworden ist.
Die "Miniphänomenta" soll aber kein Intermezzo für die Schwanenschüler sein, sondern auch künftig den Schulalltag beleben. Deshalb will Christiane zur Heide einige der ursprünglich von der Universität Flensburg entwickelten 52-Ausstellungstationen nachbauen. Dabei hofft sie auf die Mithilfe der Eltern, die sich gestern in einer ausliegenden Liste dazu verpflichten konnten.
Artikel vom: 31.03.2011 (rga-online.de)
Schwanen: Kuchenverkauf für Japan
Von Bastian Hamacher
Was tun, wenn man helfen will, aber nicht einfach so Geld sammeln kann? Die Antwort gaben gestern die 27 Schüler der Klasse 3 a der Schwanenschule. Sie verkauften Kuchen, um den Opfern der Natur- und Atomkatastrophe in Japan zu helfen. 486 Euro kamen zusammen. 700 Stücke selbstgebackenen Kuchens wurden sie alleine in der ersten großen Pause los."Das war unglaublich.
Manche Eltern, die die Kuchen brachten, sind wieder nach Hause gefahren, um für die zweite Pause Nachschub zu besorgen", freut sich Klassenlehrerin Susanne Horrix. Sie ist stolz auf ihre Schüler, die aus eigenem Antrieb die Aktion auf die Beine stellten. "In den Tagen nach der Katastrophe haben wir viel drüber gesprochen", erinnert sie sich. Viele Schüler seien gut informiert, schauten Kindernachrichten. Trotzdem bestand Redebedarf - und Betroffenheit machte sich breit. Der erste Einfall, Spenden zu sammeln, wurde verworfen, eine Sammelgenehmigung wäre benötigt worden.
"Also kamen wir auf die Idee, Kuchen zu backen und zu verkaufen", sagt Horrix. Plakate wurden gemalt, und in den heimischen Küchen Teige gerührt: Muffins, Brownies, Sand- und Marmorkuchen in die Öfen geschoben, Puderzucker, Glasur und Schokolade verarbeitet. Das Ergebnis waren 27 Kuchen, die in der ersten großen Pause feilgeboten wurden. Die Mitschüler hatten kräftig Appetit mitgebracht, die Pausenbrote zu Hause gelassen. 50 Cent für ein Stück Kuchen zahlten sie gerne, die hilfswilligen Bäcker der 3 a kamen aus dem Geld wechseln und Kuchenschneiden nicht heraus.
"350 Euro in der ersten Pause und jetzt geht es weiter", war Susanne Horrix auf das Ergebnis gespannt. Denn: "Ein unbekannter Spender aus der Klasse hat versprochen, den erlösten Betrag zu verdoppeln." Das Geld soll an den Malteserorden gehen, der im Norden Japans mehrere Waisenhäuser betreibt.
Neben der Geldsammel-Aktion haben sich die Kinder der Klasse ein weiteres Ziel gesteckt: Sie wollen 1 000 Origami-Kraniche aus Papier falten. Nach einer alten japanischen Legende bekommt derjenige, der 1 000 Kraniche faltet, von den Göttern einen Wunsch erfüllt. Die 3 a will sich bald wünschen, dass es den Kindern im Fernen Osten wieder besser geht. "Sie sind jetzt bei etwa 600 Kranichen und es werden stetig mehr, nach jedem Wochenende kommen ein paar Handvoll dazu", wieß die Klassenlehrerin. Wenn die 1 000 Papiervögel zusammen sind, wollen sie diese zum Kinder-Friedensdenkmal ins japanische Hiroshima schicken. Dort explodierte am 6. August 1945 die erste Atombombe im Kriegseinsatz.
Artikel vom: 15.02.2011 (rga-online.de)
Schwanenschule: Bewegungsfreudigkeit zum vierten Mal belohnt
Von Andreas Weber
Wo es Auszeichnungen gibt, ist die Schwanenschule nichtfern. Langsam wird's eng für die Urkunden und Tafeln im Gangdes Verwaltungstraktes der größten WermelskirchenerGrundschule. Denn seit gestern Morgen freuen sich Kollegiumund Schüler über ein weiteres Gütesiegel, das ihnen aberhöchst vertraut ist.
Zum vierten Mal erhielt die Schwanenschule im Düsseldorfer Apollo-Theater die Landesauszeichnung "bewegungsfreudige Schule NRW". Zusammen mit einer Realschule sind die Wermelskirchener in Nordrhein-Westfalen eine Bank: Denn auch bei den vorhergehenden drei Vergaben zählten sie stets zuden Hauptpreisträgern. Diesmal waren es 28 Lehranstalten, die jeweils mit 1 500 Euro bedacht wurden.
Schulleiterin Carolin Maus war mit Anke Heldt (Schulpflegschafts-Vorsitzende), Anke Arnold (Sport-Fachlehrkraft) sowie der Schulsprecherin Helena Hemmerich und mit Kathrin Beyer einem weiteren Mitglied des schulinternen Kinderparlamentes in die Landeshauptstadt gereist, wo die Gäste in dem Theater mit einem Büfett und einführenden Worten von Schulministerin Sylvia Löhrmann begrüßt wurden.
Die Schwanenschüler durften über die Verwendung der Summe entscheiden. Das Kinderparlament hat angeregt, die 1 500 Euro dafür zu verwenden, den Schulhof - wie auf einem Verkehrsübungsplatz - mit einer Bemalung zu versehen, die den richtigen Straßenverkehr simuliert und dann mit Bobby-Cars, Rädern und anderen Fortbewegungsmitteln befahren werden kann.
Artikel vom: 26.01.2011 (rp-online.de)
Schwanenschule wieder "bewegungsfreudig"
Seit acht Jahren lobt das Schulministerium NRW alle zwei Jahre die Landesauszeichnung "Bewegungsfreudige Schule" aus – dreimal gehörte die Schwanenschule zu den Hauptpreisträgern. Gestern gab Ministerin Sylvia Löhrmann die Juryentscheidung bekannt.
Die Schwanenschule ist eine von 28 Hauptpreisträgern. Sie erhält 1500 Euro und eine Auszeichnungstafel. Löhrmann: "Die Bewegungs- und Sportkonzepte dieser Schulen zeigen auf eindrucksvolle Weise, dass und wie Schulsportentwicklung zu einem wichtigen Baustein für eine gute und nachhaltige Schulentwicklung gehört." 2010 wurde dies Auszeichnung zum vierten und letzten Mal verliehen.
Artikel vom: 28.10.2010 (rp-online.de)
Bestnoten für Schwanenschule
Eine Plakette gibt es dieses Mal nicht. Doch das tolle Ergebnis bei der Qualitätsanalyse von der Bezirksregierung freut Schulleiterin Carolin Maus dennoch. Es war die erste Grundschule im Ort, die getestet wurde.
Eine Kollegin traf es besonders hart: Gleich dreimal erschienen Mitarbeiter der Bezirksregierung unangekündigt bei ihr im Unterricht. "Das war schon alles sehr anstrengend für uns", blickte Carolin Maus gestern auf die vergangenen Wochen zurück. Doch die Anstrengungen in Verbindung mit der vom Schulministerium NRW vorgeschriebenen Qualitätsanalyse (QA) haben sich gelohnt. In 19 von 25 Punkten hat die Schwanenschule den von der Bezirksregierung Köln durchgeführten Test mit der bestmöglichen Stufe 1 abgeschlossen und gilt somit als vorbildlich nach den allgemeingültigen Maßstäben.
Top in individueller Förderung
Seit etwa fünf Jahren führen Teams an Schulen die Qualitätsanalyse durch. Unterziehen müssen sich ihr alle Einrichtungen. Doch in Wermelskirchen war die Schwanenschule die erste Grundschule, die auf Herz und Nieren geprüft wurde. Einzig das Berufskolleg war noch vor der Schwanenschule an der Reihe. Das Qualitätstableau umfasst sechs Bereiche: Ergebnisse der Schule (wie Schlüsselkompetenzen), Lernen und Lehren (schultinternes Curriculum, fachliche und didaktische Gestaltung des Unterrichts, individuelle Förderung), Schulkultur (wie Partizipation), Führung und Schulmanagement, Professionalität der Lehrkräfte sowie Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung.
"Ganz vorn sind wir laut der Analyse in den Bereichen individuelle Förderung und Unterstützung der Schüler", freute sich Maus. Insgeheim hatten sie und ihre Kollegen darauf natürlich darauf gehofft, doch so sei es eine "schöne Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind". Vor etwa fünf Jahren hat die Schwanenschule nicht nur flexible Eingangsklassen (Schüler der ersten und zweiten Klassen werden gemeinsam unterrichtet) eingeführt, sondern damit begonnen, ihre Schützlinge mit einem sogenannten "Kompetenzraster" lernen zu lassen.
So arbeitet in einer Klasse zum Beispiel ein Kind an Matheaufgaben, ein anderes an Deutsch und wiederum ein anderes betätigt sich als kleiner Forscher. "Wir fördern die unterschiedlichen Zugänge, die Kinder zum Wissen haben", erklärte Maus. Und das überzeugte die Prüfer dann auch, dass die Schwanenschule tatsächlich das hält, was sie verspricht. "Die Qualität wird nun messbar", verdeutlichte Maus.
Übrigens gehörten zur Analyse auch Interviews mit Schülern, Lehrern und Eltern sowie allgemeine Informationen über die Schule wie Konzepte und Dokumente. "Das alles zusammenzustellen, war viel Arbeit", sagte Maus. "Aber bessere Werbung kann es kaum geben."
Artikel vom: 28.10.2010 (rga-online.de)
Schwanenschule ist hervorragend
Von Bastian Hamacher. Nach vielen Zertifizierungen und Plaketten wurde die Schwanenschule diesen Monat von der Bezirksregierung in Augenschein genommen. "Von Grund auf umgekrempelt haben die uns", resümiert Schulleiterin Carolin Maus. Qualitätsanalyse nennt sich das und hat für die größte Wermelskirchener Grundschule mit einem dicken Lob geendet: in 19 von 25 Bereichen "hervorragend" - Bestnote.
Die Qualitätsanalyse ist eine Idee, mit der die alte Landesregierung alle Schulen in Nordrhein-Westfalen unter die Lupe nehmen wollte. Dazu ist ein Katalog entwickelt worden, der das Unterrichtsangebot, die Lehrkräfte, Methoden, Erfolge, Organisation, Einstellung, Atmosphäre, Gebäude und vieles mehr umfasst.
Die Schulen wissen nicht, wann die Kontrolleure aufschlagen. "Wir haben im Mai den Brief erhalten, dass wir geprüft werden. Damit ging viel Stress los", erinnert sich die Schulleiterin. Mehrere Aktenordner füllten sich. Hausordnungen, Nutzungspläne für Gebäude und Sporthalle, Lehrpläne und pädagogische Konzepte waren bis sechs Wochen vor dem Besuch einzureichen.
Dann wurden aus dem Kollegium, der Schülerschaft und den Eltern Gruppen zu je zwölf zusammengestellt, die in einstündigen Gesprächen dem dreiköpfigen Revisoren-Team Rede und Antwort standen. Dabei kam es nicht nur darauf an, zu erzählen, ob man sich an der Schule gut aufgehoben fühlt, sondern vor allem, ob man die Schule versteht.
Werden Entscheidungen von der Leitung beschlossen und über die Köpfe aller hinweg durchgesetzt? Wissen Eltern und Schüler wie Noten gemacht und Arbeiten bewertet werden? Fühlen sich die Lehrer gut geleitet? Der Check dauerte vom 4. bis 6. Oktober. "Das waren drei volle Tage, an denen die durch die Schule gelaufen sind, den Unterricht und sogar die erste Sitzung des neu gewählten Kinderparlamentes besucht haben", meint Carolin Maus. Egal, wie viele Preise oder Zertifikate die Schule schon erhalten hat, "aus Erfahrungen der letzten Jahre weiß man, dass solche Schulen häufig im unteren Drittel der Qualitätsanalysen landen".
Umso größer war die Überraschung, als die vorläufige Bewertung vorgestellt wurde. 19 von 25 mal "hervorragend", fünfmal "gut". "Das ist das beste Ergebnis, dass bei einer Qualitätsanalyse bisher erreicht wurde", ist Maus stolz. Die Besprechung mit den Revisoren fiel dementsprechend kürzer aus. Den einen oder anderen wunden Punkt gab es auch. "Natürlich sagt einem die Bezirksregierung, wo verbessert werden muss, finanzielle Unterstützung gibt es aber keine. Aber das können wir in Ruhe und aus eigenen Mitteln", überlegt Maus.
Artikel vom: 09.07.2010 (rga-online.de)
Die Schwanenschule und die Kindertagesstätte Jahnstraße gehören zu den Grundschulen und Kindertagesstätten, die in Nordrhein-Westfalen an der Erprobungsphase für die neuen Bildungsgrundsätze teilnehmen, die ab 2012 als verbindliche Qualitätsstandards in NRW für die Bildung der Kinder bis zum zehnten Lebensjahr dienen.
Sie wurde als einzige Kooperation Schule / Kindertagesstätte aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis ausgewählt - und gehört damit nach Ansicht des Düsseldorfer Ministeriums zur Spitze in der Grundschullandschaft in NRW. Die Bildungsgrundsätze sollen dazu beitragen, ein gemeinsames Bildungs- und Erziehungsverständnis im Elementar- und Primarbereich weiterzuentwickeln und so die Grundlagen für eine kontinuierliche Bildungsbiografie schaffen. Landesweit werden 60 Netzwerke wie dieses hier in Wermelskirchen mit jeweils 3 000 Euro unterstützt, vermeldete das Ministerium am Donnerstag über Rainer Deppe MdL.
Artikel vom: 09.07.2010 (rp-online.de)
Schwanenschule und Kita Jahnstraße im NRW-Pilotprojekt
Wermelskirchen (RP) Als eine der letzten Fördermaßnahmen hat die amtierende Landesregierung die Schwanenschule und die Kindertagesstätte/Familienzentrum Jahnstraße ausgezeichnet.
Das teilte gestern die CDU-Landtagsabgeordnete Rainer Deppe mit. Sie gehören zu den 66 Grundschulen und Kindertagesstätten, die an einer Erprobungsphase für die neuen Bildungsgrundsätze, die ab 2012 als verbindliche Qualitätsstandards in NRW für die Bildung der Kinder bis zum zehnten Lebensjahr dienen werden, teilnehmen. Als einzige Kooperation Schule/Kindertagesstätte aus dem Kreis wurde Wermelskirchen ausgewählt.
Damit gehören beide Einrichtungen zur Spitze in NRW. Die Bildungsgrundsätze sollen dazu beitragen, ein gemeinsames Bildungs- und Erziehungsverständnis im Elementar- und Primarbereich weiterzuentwickeln und so die Grundlagen für eine kontinuierliche Bildungsbiografie von 0 bis zehn Jahren zu schaffen. Die Landesregierung unterstützt das Pilotprojekt mit 180 000 Euro; jedes der 66 Netzwerke erhält 3000 Euro.
Artikel vom: 27.01.2010 (rga-online.de) von Andreas Weber
Als Carolin Maus gestern Morgen ihre Schule betrat, da öffnete ihr ein Vater zuvorkommend die Eingangstür. Es sind Gesten wie diese, die ein menschliches Miteinander prägen."Lieber freundlich begrüßt werden als mit Schimpfworten", findet die Schulleiterin.
Da widerspricht ihr niemand. So stieß die "Woche der Höflichkeit", die derzeit an der Schwanenschule zum ersten Mal läuft, auf ein ungeteilt positives Echo. Kollegium, aber auch die Eltern begrüßen, dass den 368 Kindern die Wertschätzung des Anderen nähergebracht wird. "Was nützt es mir, dass wir eine Schule sind, die auf gesunde Ernährung und Bewegungsfreude setzt, wenn die Schüler sich nicht wohlfühlen", meint Carolin Maus.
In einer Gesellschaft, die ihre Ellenbogen ausfährt, deren Sitten verlottern, sei Benehmen bei manchem keine Selbstverständlichkeit mehr. Den anderen nicht anschreien, beleidigen oder ausgrenzen. Als goldene Regel hängt in der Schwanenschule schon länger aus: "Was Du nicht willst, dass man Dir tu', das füg' auch keinem anderen zu."
Respekt beginnt bei der Begrüßung. Es muss nicht der Knicks sein, wie ihn Carolin Maus noch bei ihren Eltern gelernt hat, oder der Diener, der auch lange aus der Mode ist, aber ein Lächeln beim Händeschütteln kann Wunder wirken und ein ehrlich gemeintes "Bitte" oder "Danke" ebenso.
Die Grundschule greift Tischmanieren auf, spricht Zivilcourage an, die Fähigkeit, zuhören zu können. Im Vorfeld hatten die Kinder ihre Großeltern interviewt. Oma und Opa wussten von Zeiten zu berichten, als die Klassen beim Betreten ihren Lehrer stramm standen, es während des Unterrichts mucksmäuschenstill war, Lehrer bei Fehlverhalten den Stock aus dem Pult packten, Respekt noch von Ehrfurcht geprägt war. Vieles hat sich bis heute gründlich verändert.
Nicht selten fehlen Bezugspersonen, zu denen der Nachwuchs aufblicken kann, stellt Carolin Maus fest. "Wir wollen die Kinder sensibilisieren", sagt sie. Dies geschieht in Rollenspielen, Lesungen, mit einem Puppentheater. Musiklehrerin Sonja Fritz bittet im Bewegungsraum zu einem barocken, höfischen Tanz, bei dem Damen und Herren mit rausgekehrter Brust würdevoll nebeneinander durch den Saal schreiten, um ihre Partner am Ende zu ihrem Sitzplatz zurück zu geleiten. Den einmal gesponnenen Faden soll das Kinderparlament der Schwanenschule aufgreifen. Die 30 Repräsentanten - Klassensprecher und ihre Vertreter - wollen Umgangsregeln für ihre Schule aufstellen.
- Heute Abend (19-21 Uhr, PZ der Schule) sind die Eltern angesprochen. Dieter Stahl (Köln), Trainer des Tugend-Projektes, wird in seinem Erlebnis-Vortrag erklären, wie wir das Beste aus unseren Kindern herausholen können".
Artikel vom: 18.12.2009 (rga-online.de)
(sn). Die Theater-AG der offenen Ganztagsschule am Schwanen hat am Donnerstag dreimal Schneewittchen gegeben - auf Englisch. Lehramtsanwärterin Dorothee Agotz hat das Stück übersetzt und aus dem Projekt ihre Examensarbeit gemacht. Die ersten zehn Klassen - in zwei Gruppen - sahen das Stück gestern, abends die Eltern; im Januar sind weitere fünf Klassen an der Reihe.
Die Mimen kommen aus den zweiten bis vierten Schuljahren und haben Schneewittchen auch auf Englisch sozusagen "hängerfrei" dargeboten, allen voran die beiden Erzählerinnen. Dorothee Agotz war total zufrieden mit den Kindern. Sie findet solche Projekte wichtig, "die das Schulleben bereichern und Spaß machen" und den Kindern ganz nebenbei in der praktischen Anwendung zeigen, dass das Englischlernen Sinn macht. Schulleiterin Carolin Maus berichtete, dass Schüler wie Eltern mit großem Eifer bei der Sache waren und sich zum Beispiel auch am Wochenende trafen, um die Kulissen zu malen. Damit der Aufwand sich noch mehr lohnt, sollen die Kinder auch beim Neujahrsempfang eine Kostprobe von "princess white snow" geben.
Artikel vom: 15.12.2009 (rga-online.de) von Andreas Weber
Hinter dem nüchternen Begriff Sachkunde verbergen sich in der Klasse 4 b der Schwanenschule spannende Experimente. Die Arbeitsgruppe Necati Karaman, Olesja Rempel und Marica Bäumer hat 15 größere 1,5-Volt-Batterien an einer Schiene miteinander verbunden, einen Draht genommen, das eine Ende am Minus angeschlossen.
Die drei rufen Lehrer Dirk Orttmann herbei. Der hält, sicher ist sicher, das andere Ende selbst an die Fassung einer dicken Glühbirne. Und siehe da: Schwach glimmt diese auf: Experiment gelungen.
Stromkreise, bringt große Birnen zum Glühen. Ein Hefter mit Versuchen nimmt Dirk Orttmann als Basis. Für deren Umsetzung bedient er sich mit seinen Schülern aus einem reichhaltigen Fundus: zwei von der Sparkasse gesponserten Experimente-Kisten.
"Tu was" heißt das Projekt, das Grundschüler an die Naturwissenschaften heranführt. Ziel ist, ein Haus zu beleuchten Im vergangenen Jahr waren es chemische Versuche, die die Viertklässler unternahmen; dieses Schuljahr steht die Physik im Vordergrund. Die Kisten, die in Berlin neu gefüllt wurden, bergen genug Material für die kleinen Forscher. Ihr Ziel ist es, in den nächsten Wochen ein Haus zu beleuchten - ein Modell-Haus, versteht sich.
Im Kunstunterricht haben sie dafür aus Schuhkartons ein Gebäude mit vier Zimmern gebastelt. Mit einer Batterie, einem Batteriehalter, einer Glühlampe, einer Glühlampenfassung, einem Büroklammerschalter, vier Kabeln sowie Kreppband soll es hell werden in diesem Haus.
Diese Elektrik bildet den Höhepunkt der Stromreihe. Auch hier wird die 4 b systematisch vorgehen. Allen macht diese Welt der Wissenschaften Spaß. Davon konnte sich gestern der neue Vorstand des Fördervereins der Schwanenschule überzeugen.
Michaela Lindhorst (Vorsitzende), Stephan Waurig (2. Vorsitzender) und Antje Remmel (Schatzmeisterin) sind seit Oktober im Amt. Der 180 Mitglieder starke Verein hilft da, wo andere Quellen versiegen. Das letzte größere Projekt, das die Förderer möglich machten, war der Hangel-Parcours im Bewegungsraum.
Nach vier Jahren Vorstandsarbeit hat sich Sven Dicke verabschiedet. Seine Kinder sind raus aus der Schwanenschule. Dafür sitzt Dicke nun als Sachkundiger Bürger im Jugendhilfeausschuss.
In seine Fußstapfen tritt die 35-jährige Michaela Lindhorst, die zwei ihrer Kinder schon erfolgreich durch die Schwanenschule gebracht hat, ihr aber über Tochter Joana (1. Klasse) weiter verbunden bleibt.
Artikel vom: 07.10.2009 (rp-online.de) von Natascha Schemmann
In der Schwanenschule machen die Drittklässler momentan ihren Ernährungsführerschein. Nach sechs Doppelstunden, einer theoretischen und praktischen Prüfung werden die Grundschüler dieses ungewöhnliche Zertifikat erhalten.
Geleitet wird das Projekt von der Wermelskirchenerin Nicole Johann, Diätassistentin und Köchin, die im Auftrag des aid (Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) als Gesundheitsberaterin den Kindern sinnvolle Ernährung näherbringt.
Beim nächsten Mal wird Nudelsalat angerichtet Schritt für Schritt lernen diese Obst und Gemüse zu schneiden, die Essenszubereitung, Hygieneregeln und Tischmanieren zu beachten. Gestern Morgen wurden in der 3 c mit Messer und Schäler Gemüse klein geschnitten. Anschließend wurden die Knabbereien mit einem Kräuterdip von 25 Kindern und Betreuerinnen gegessen.
Klassenlehrerin Anke Arnold und Nicole Johann waren sich einig: "Es macht total viel Spaß." Aber es gibt nicht nur Rohkost, sondern auch andere Gerichte stehen auf dem Speiseplan. In der nächsten Doppelstunde gibt es zum Beispiel Nudelsalat. Lebensmittel werden von Zuhause mitgebracht Zu den Regeln des Projektes gehört es, dass die Kinder die Lebensmittel von Zuhause mitbringen.
Durch Hausaufgaben werden sie angehalten, daheim für den Führerschein zu üben. Eltern, die vorher bei einem Abend über das Projekt informiert wurden, tauschen sich mit ihren Kindern über gesundes Kochen und gesunde Ernährung aus.
Die sechste Doppelstunde mit der praktischen Prüfung bildet den Höhepunkt dieser gelungenen Abwechselung zum Schulalltag an der Schwanenschule. Zum Schluss werden die Eltern von den Schülern bekocht", erklärt Anke Arnold weiter. Ein Pausenfrühstück, Salate, Quarkspeisen und heiße Kartoffelgerichte sollten die Führerscheinabsolventen dann zubereiten können.
Artikel vom: 06.01.2009 (ksta.de) von Christian Hümmeler
Zum zweiten Schulhalbjahr beginnt in NRW der Sprachunterricht in Englisch bereits im ersten Schuljahr. Nicht an jeder Grundschule im Land sieht man die Neuerung ausschließlich positiv, unter anderem, weil es an Lehrern mangelt.
Die Schulklingel signalisiert den Sprachwechsel: Deutsch war eben, nun wird Englisch gesprochen. Und zwar ausschließlich, da ist die Lehrerin ganz konsequent. Die Drittklässler in der Grundschule im Kölner Süden nehmen den Sprachwechsel gelassen, schließlich kennen sie das alles schon: Übungen vom Band mitsprechen, Figuren nach den Vorgaben des englischen Vorlesers farbig ausmalen, vorwärts bis 20 zählen und wieder zurück, die Körperteile auf Englisch zeigen und benennen. Ganz selbstverständlich reden sich die Schüler mit englischen Namen an. „In diesem Alter sind die Kinder eben extrem aufnahme- und lernfähig“, sagt die Lehrerin.
In diesem Alter - doch in knapp vier Wochen werden auch die jüngsten Schüler an den Grundschulen in Nordrhein-Westfalen häufiger „Good Morning“ hören und nicht mehr „Guten Morgen“. Mit dem zweiten Schulhalbjahr beginnt am 2. Februar auch der Englischunterricht ab Klasse 1 - und zwar durchgängig in allen Schulen.
Schließlich, so das Schulministerium, werde Englisch im Zeitalter der Globalisierung immer wichtiger. Und „sprachliche Beweglichkeit, ungehemmtes Sprechen und Freude an der Imitation“ seien nun gerade Merkmale kindlichen Lernens. „Diese guten Bedingungen sollten genützt werden“, findet man in Düsseldorf. Allerdings geht es dabei nicht um Kinderspiele in der Fremdsprache, stellt Gaby Engel, wissenschaftliche Referentin im Landesschulministerium, klar: „Der Fremdsprachenunterricht in der Grundschule ist kein verspielter Unterricht. Er orientiert sich - wie auch die anderen Fächer - bezüglich seiner Didaktik und Methodik an den entwicklungsbedingten Voraussetzungen und Bedürfnissen der Grundschulkinder.“ Das Spiel werde hier als eine kindgemäße Methode des Fremdsprachenlernens genutzt.
Nicht an jeder Grundschule im Land sieht man die Neuerung ausschließlich positiv. Für Missmut sorgte etwa, dass es noch bis vor kurzem an kundigen Lehrern für den Englischunterricht mangelte: „Lange gab es gar keine Angebote zur Fortbildung“, klagt eine Grundschullehrerin aus dem Rhein-Sieg-Kreis. „Erst im November kam die Anweisung, nun schnellstens Lehrer zur Fortbildung zu melden.“ Das könne nicht sein, heißt es im Ministerium: „NRW hat von Anfang an dafür Sorge getragen, dass es in Nordrhein-Westfalen eine genügende Anzahl an fachlich ausgebildeten Lehrern gibt, die Englisch an Grundschulen unterrichten.“ Doch allein mit Fortbildungen erziele man kaum ein einheitliches Bild, glaubt die Lehrerin. „Der Unterricht ist völlig unterschiedlich, je nach Grundschule.“ Während manche Kinder lediglich spielerisch ein paar Worte lernen würden, gebe es anderswo klassischen Sprachunterricht - inklusive Vokabel-Lernen.
Im Schulministerium verweist man auf den Lehrplan: „Er führt aus, was unter grundschulgemäßem Sprachenlernen zu verstehen ist“, heißt es in den Vorgaben für die Englischstunden in der Grundschule. Danach müssen verbindlich fünf Erfahrungsfelder behandelt werden, die sich an der Welt der Kinder orientieren: „Zu Hause hier und dort“, „Jeden Tag und jedes Jahr“, „Lernen, arbeiten, freie Zeit“, „Eine Welt für alle“ und „Auf den Flügeln der Fantasie“.
Dabei unterscheidet sich die Art des Sprachunterrichts an der Grundschule erheblich vom aus den weiterführenden Schulen gewohnten Lernen mit Lehrbuch und Vokabelband, mit Texten und Übungen, die vom Besuch in London handeln und vom Einkauf im Supermarkt. Die Drittklässler, noch mehr die künftigen Englisch-Schüler in der ersten Klasse, lernen nach moderner Methodik, etwa mit raschem Wechsel der Unterrichtsformen. Das alles läuft rein mündlich ab - geschrieben werden soll die Fremdsprache in der Grundschule noch nicht.
Das passiert erst danach. Doch gerade beim Übergang aus der Primar- in die Sekundarstufe hakt es besonders deutlich: So monieren viele Lehrer an den weiterführenden Schulen schon jetzt, dass Fünftklässler, die die Sprache schon in der Grundschule kennen gelernt haben, nicht mehr mit der gleichen Motivation an das Fach herangehen wie früher, als Englisch für sie spannendes Neuland war. Ein weiteres Problem aus Sicht der weiterführenden Schulen: Die unterschiedlichen Niveaustufen, auf denen sich die Schüler je nach besuchter Grundschule bewegen. Ein Argument, das man nicht an jeder Grundschule gelten lassen will: „Zu mir kommen die Schüler ja auch mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen - und ich muss damit umgehen“, sagt eine Deutschlehrerin.
Selbst bei denjenigen Schülern, die ein vergleichsweise gutes Niveau aufweisen, sei der Zugewinn nicht wirklich nennenswert, heißt es außerdem an einer weiterführenden Schule in Köln. Dort sagen die zuständigen Fachlehrer, dass sie die von den Grundschülern nach - bislang - zwei Jahren erreichte Leistungsstufe an der weiterführenden Schule innerhalb von sechs Wochen erzielen würden. Speziell beim Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe 1 bestehe noch Handlungsbedarf, räumt Gaby Engel vom Schulministerium ein: „Beide Seiten wissen zu wenig voneinander.“ Allerdings, so Engel: „Die Lehrer an den weiterführenden Schulen müssen laut ihres Lehrplans an das anknüpfen, was und wie an den Grundschulen vermittelt wurde - und nicht direkt mit einem Vokabeltest starten.“ Gerade mit Blick auf den früheren Einstieg in Klasse 1 sei daher eine regelmäßige Kooperation zwischen den Schulformen dringend geboten, wenn der Frühbeginn nachhaltig sein soll. „Dort, wo die Zusammenarbeit funktioniert, gibt es entsprechend tolle Ergebnisse.“
Allerdings klagen schon jetzt viele Eltern über den Leistungsdruck an den Grundschulen - auch ohne den frühen Englisch-Unterricht. Andreas Rohde, Anglistik-Professor an der Universität Köln und Experte für den Mehrspracherwerb, glaubt indes nicht, dass der Druck nun gerade durch den Englischunterricht zunehme: „Wenn man das Englische so lehrt, wie man es sich idealerweise vorstellt für die Grundschule, dann sollte das eher Spaß machen.“ Hätten Schüler allerdings sowieso schon schwerwiegende Probleme in der Schule hätten - etwa durch Legasthenie -, sei ein zusätzliches Fach natürlich eine Belastung. „Aber das gilt für jedes Fach, nicht nur für Englisch“, so Rohde.
Andreas Roh de ist Professor für Englische Fachdidaktik und Sprachwissenschaft an der Universität Köln. Er befasst sich intensiv mit dem Spracherwerb von Kindern.
Artikel vom: 11.11.2008 (rp-online.de) von GUNDHILD TILLMANNS
Wermelskirchen (RP) Als einzige Schule in Nordrhein-Westfalen erhält die Schwanenschule jetzt zum dritten Mal das Gütesiegel „Bewegungsfreudige Schule“. Das Preisgeld von 1500 Euro fließt in ein Projekt gegen Ernährungsstörungen.
Eine einzigartige Auszeichnung wird jetzt der Schwanenschule zuteil: Sie erhält zum dritten Mal einen der Hauptpreise im Wettbewerb „Bewegungsfreudige Schule“ des NRW-Schulministeriums. „Wir sind wild begeistert!“, freute sich die Leiterin der Schwanenschule, Carolin Maus, und fügte hinzu: „Obwohl wir schon so viele Preise bekommen haben, ist es doch immer wieder eine Überraschung, diesmal sogar eine besonders große, weil noch keine Schule vor uns dieses Gütesiegel gleich dreimal bekommen hat.“
Mit 1500 Euro ist die Auszeichnung verbunden. Zu Jahresbeginn wird sie von Schulministerin Barbara Sommer in Düsseldorf vergeben. Und das Kinderparlament der Schwanenschule wird dann wieder entscheiden, wer von den insgesamt 380 „jungen Schwänen“ mit in die Landeshauptstadt „ausfliegt“. „Für das Preisgeld haben wir uns schon eine gute Verwendung überlegt“, kündigt Carolin Maus an.
Schule hat sich weiterentwickelt
Da Schule immer auch ein Spiegel der Gesellschaft sei, gebe es auch in der Schwanenschule trotz ihres umfassenden Ernährungs- und Sportprogramms vereinzelt Kinder mit Ernährungsstörungen. Sowohl an Kinder mit Übergewicht, als auch an untergewichtige Kinder und vor allem auch an die Eltern dieser beiden Gruppe werde sich ein neues Projekt der Schwanenschule richten, kündigt die Leiterin an. Und wegen der gravierenden Problematik werde vernetzt gearbeitet: „Die Psychologische Beratungsstelle ist bereits mit im Boot“, betont Carolin Maus.
Zum dritten Mal bekommt die Schwanenschule das Gütesiegel nun nach dem Besuch der gestrengen Fach-Kommission mit jeweils einem Vertreter aus dem NRW-Schulministerium, der Bezirksregierung und der Schulaufsicht: „Die Jury hat bei uns alles auf den Kopf gestellt, sie war von 8.15 bis 13.30 Uhr bei uns und hat sich umfassend über unser Schulprogramm informiert, Sie hat nichts ausgelassen“, berichtet Maus. Besonders angetan sei die Kommission gewesen, weil sich die Schwanenschule seit der vorherigen Preisvergaben sogar noch weiterentwickelt habe.
Kleinwüchsiger voll integriert
So konnte die Schwanenschule als Neuheiten den Klettergarten auf dem unteren Schulhof und den Bewegungs- und Psychomotorikraum präsentieren. Besonderen Eindruck muss aber auch das Schreiben der Schulpflegschaftsvorsitzenden Anke Heldt auf die Jury gemacht haben. Darin schildert sie, wie in der Schwanenschule alles dafür getan wird, dass ihr kleinwüchsiger Sohn Paul genauso in den Schulalltag, den Sportunterricht, in alle Aktivitäten integriert ist, wie jedes andere Kind.
Artikel vom: 12.11.2008 (rp-online.de) von Michael Albrecht
Bei Auszeichnungen mischt die Grundschule seit Jahren
landesweit mit. Seit Freitag weiß Rektorin Carolin Maus, dass das Konzept weiter Früchte trägt. Vertreter vom NRW-Schulministerium und der Bezirksregierung schauten an der Jahnstraße vorbei, um die Grundschule unter die Lupe zu nehmen.
Die hatte sich erneut an dem Wettbewerb "Bewegungsfreudige Schule"beteiligt. Mit Erfolg. Im Januar 2009 wird die Schwanenschule in Düsseldorf zu den Hauptpreisträgern gehören und das Gütesiegel erhalten.
"Zum dritten Mal in Folge", freut sich Maus mit "einem großen Grinsen im Gesicht". 2004 und 2006 durfte sich die Schwanenschule bereits mit dem Qualitätssiegel schmücken. Basis für die erneute Vergabe sei die Nachhaltigkeit,
erklärt die Rektorin. Bei der Bewertung stünden Fortschreibung und Ausbau der Aktivitäten im Fokus.
An der Schwanenschule können sich die Kinder nicht nur im Sportunterricht richtig auspowern. Es gibt zusätzlichen Bewegungsunterricht, und in den übrigen Stunden ist nicht nur Stillsitzen angesagt. Das setzt sich in den Pausen
fort. Spielkasten und -haus, beides gekauft von den jeweils mit 1 500 Euro dotierten vorangegangenen Auszeichnungen, garantieren, dass es während der Pausen bewegt weitergeht. Ein Pluspunkt für die erneute Auszeichnung war die Einrichtung des Sportraums.
Im vergangenen Schuljahr sammelten die Schwanenschüler bei einem Sponsorenlauf fleißig Geld für diesen "psychomotorischen Raum". Hier absolviert nicht nur die Judo-AG der Schule ihre Übungsheiten, der Raum wird
ebenfalls für den Sportunterricht genutzt. "Denn unsere Hallenzeiten in der Schwanenhalle reichen nicht", sagt die Schulleiterin, die die Auszeichnung wieder im Düsseldorfer Landtag entgegen nehmen kann.
Außerdem dürfte nach Carolin Maus` Meinung der Elternbrief von Anke Heldt zum erneuten Erfolg beitragen haben. Darin schildert die Mutter des kleinwüchsigen Pauls, wie die Schule dem Zweitklässler den Besuch der Grundschule ermöglicht.
Artikel vom: 21.08.2008 (rp-online.de) von Udo Teifel
Wermelskirchen (RP) Die Schwanenschule wird mit dem erstmalig verliehenen Schulentwicklungspreis „Gute gesunde Schule 2008“ ausgezeichnet. Es gibt ein Preisgeld in Höhe von 5660 Euro. Hohe Anforderung fürs Team wird belohnt.
Wenn dieses verschmitzte Lächeln aus ihren Augen strahlt, weiß man: Carolin Maus hat’s wieder geschafft. Die Schwanenschule, ohnehin Vorzeige-Grundschule weit über die Stadtgrenzen hinaus, wird mit dem erstmalig verliehenen Schulentwicklungspreis „Gute gesunde Schule 2008“ ausgezeichnet. Ausgelobt von der Gemeindeunfallversicherung (Unfallkasse NRW). Und verbunden im Fall der Schwanenschule mit einem Preisgeld von 5660 Euro.
Gesunde Schule passt ins Schulkonzept – und so beantwortet die Schulleiterin in der ersten Phase einen Online-Fragebogen. Da ging es um Arbeitsplatzbedingungen für Lehrer, Tagesstrukturen, Integration und Partizipation, Teamarbeit, Gesundheitsmanagement als Führungsaufgabe. 375 Schulen füllten ihn aus, nur 82 (!) kamen in die zweite Phase. So auch die Schwanenschule.
„Erst als ich die weiteren Anforderungen sah, wurde mir klar, was mich erwartet“, so gestern Frau Maus im Pressegespräch: Sehr viel Arbeit, eben ein „Überraschungs-Ei“, dessen Ergebnis schwer einzuschätzen war. Denn in der zweiten Phase musste alles dokumentiert werden, ehe dann im April diesen Jahres die Begutachtung vor Ort erfolgte. „Wir wussten nicht, was uns erwartet und waren überhaupt nicht vorbereitet. Im Nachhinein kann ich sagen: es war eine umfassende Schulinspektion, wo zum Beispiel auch Gefahrenpotentiale untersucht wurden.“
Wissenschaftliche Begleitung
Unterm Strich hat’s sich gelohnt. Nicht nur , weil’s ein ansehnliches Preisgeld gibt. Es gab eine überaus positive Rückmeldung über das homogene Gesamtkonzept der Schule. „Wir sind damit auf dem richtigen Weg. Bewegungsschule heißt ja schließlich, dass wir auch inhaltlich nicht stehenbleiben.“
So wird nach der Auswertung der wissenschaftlichen Expertengutachten nicht nur die individuelle Förderung sowie Aktivitäten, die Bewegung, Spiel und Sport und das bewegte Lernen gelobt. „Positives Kennzeichen der Schule ist die Schaffung eines Wir-Gefühls aller am Schulleben Beteiligter, was sich in der Teamarbeit des Kollegiums als auch bei der Elternarbeit und Zusammenarbeit mit externen Partner zeigt“: Eine Anerkennung, die die Arbeit aller an der Schwanenschule in hohem Maße würdigt.
Da Maus weiß, dass sie mit ihren vielen Projekten auch stark die Lehrer fordert, soll das Preisgeld erstmals für die Lehrergesundheit eingesetzt werden. „Die Kollegen sind teilweise bis abends in der Schule. Ein Rückzugsraum, wo mal nicht über Schule gesprochen wird, gibt es nicht.“ Dort soll’s gemütlich sein, und da sollen Schulthemen tabu sein. Eine Wunschliste für den Raum gibt’sschon: Es reicht von der Anschaffung eines Kaffeeautomaten, Sofa oder Entspannungsliege, Bistro-Ecke, bis zur Möglichkeit, Entspannungsmusik zu hören.
Artikel vom: 13.08.2008 (rp-online.de) von Andreas Weber
So etwas hat die Schwanenschule noch nicht erlebt. Die Einschulung sprengte alles bisher Dagewesene. Schon beim Gottesdienst gestern Morgen reichten die Sitzplätze in der Stadtkirche kaum aus.
Einschulung Beim offiziellen Programm kurz darauf in der Schwanenhalle hätten die Handballer ihre helle Freude gehabt: Die Tribüne war mit mehr als 800 Besuchern rappelvoll.
Verwandte, Freunde und Mitschüler begleiteten die i-Dötzchen bei ihrem ersten Gang. Carolin Maus meinte überwältigt: "Thomas Gottschalk hätte sich bei ¯Wetten dass® vor einer vollen Stadthalle nicht anders gefühlt." Besonders erfreulich für die Schulleiterin, dass der gut 45-minütige Auftakt mit kurzweiligen Darbietungen sehr diszipliniert ausfiel. Für die größte Grundschule Wermelskirchens mit 380 aufgeregten Schülern nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit. "Am Ende habe ich nur glückliche Kinder und strahlende Lehrer gesehen", konstatierte Maus.
Dies lag auch daran, dass die Massenveranstaltung ihren persönlichen Charakter bewahrte. Der gemeinsam gesungene "Happy summer" begrüßte die vielen Gäste schwungvoll. Die Patenkinder nahmen 108 Neulinge - Rekordzahl für die Schwanenschule - in acht "Flex"-Klassen (flexible Eingangsstufe für Erst- und Zweitklässler) in Empfang.
Alle acht haben einen Tiernamen. Als Raben, Mäuse, Schmetterlinge, Bären, Frösche, Schnecken, Delfine und Kängurus gehen sie gemeinsam in den Unterricht.
Die Klasse 4 a und die Bären machten mit "Für Elise" in Variationen Werbung für das Instrument, das fast jeder Neuanfänger in der Schultüte fand: die Blockflöte. Die wird zum ständigen Begleiter in der Schule. Die 4 b lieferte einen Vorgeschmack auf Buchstaben; die 4 c führte den afrikanischen Tanz "Simama Kaa" auf, ehe die Kinder-Schar mit dem Gassenhauer "Jetzt geht's los" erwartungsfroh aus der Halle aus- in die Schule einzog.
Während sich die Erwachsenen bewirten ließen, verbrachten die Kleinen ihre erste Schulstunde. Ab heute beginnt der Alltag, der aber für das Kollegium schon bald einen weiteren Höhepunkt bereit hält. Am 3. September erhält die Schwanenschule in der Duisburger Mercatorhalle ihre nächste Auszeichnung, die finanziell lukrativste bisher.
Mit knapp 6 000 Euro ist der Schulentwicklungspreis 2008 des Landes NRW dotiert. "Die fast einjährige Vorbereitung darauf - verbunden quasi mit einer Schulinspektion - zahlt sich für uns aus", freut sich Carolin Maus.
Im Jahr 1 nach dem Wegfall der Schulbezirksgrenzen zieht Andreas Voss (Jugendamt) eine Bilanz, die nicht darauf hindeutet, dass die Eltern ihre neuen Freiheiten weidlich genutzt hätten. Im Schuljahr 07/08, als der Wechsel in einen anderen Schulbezirk nur begründet vorgenommen werden durfte, gewährte die Stadt 30 Kindern die Erlaubnis, in 08/09 waren es mit 34 nur minimal mehr.
Artikel vom: 15.05.2008 (rp-online.de) von MICHAEL ALBRECHT
Geschrieben hat Hanneliese Schulze eigentlich schon immer, erinnert sich die gebürtige Wuppertalerin. Bereits im zarten Alter von gerade einmal acht Jahren brachte sie ihre erste Geschichte "Unser Mäuschen Fienchen" zu Papier.
"Daraus ist, fast 50 Jahre später, eines meiner Bücher entstanden", erzählt die Mutter von drei erwachsenen Kindern, die heute in Radevormwald lebt und als Sozialpädagogin an der Grundschule Honsberg in Remscheid arbeitet.
In ihrem Buch "Eine unheimliche Nacht" hat sie die Geschichte aus ihrer Kinderzeit verarbeitet. Das Buch, das im Duden-Verlag erschienen ist und zum System "Leseförderung" gehört, stellte sie gestern auch den Kindern der flexiblen Eingangsstufe (1. und 2. Klasse) der Schwanenschule vor.
Die Raben-Gruppe kam am Mittwochmorgen gemeinsam mit ihrer Lehrerin Ilona Brand in den Genuss der Lesung von Hanneliese Schulze. Lust wecken, selber zu schreiben Durch das persönliche Kennenlernen einer Autorin solle den Kindern nahe gebracht werden, dass es Spaß macht, sich mit Lesen zu beschäftigen, erklärt "Rabenmutter" Ilona Brand. Auch hofft die Pädagogin, dass durch den Kontakt mit einer Autorin die Lust geweckt und gefördert wird, selber zu schreiben.
Hanneliese Schulze (56 Jahre) veröffentlichte vor 16 Jahren ihr erstes Buch. Mittlerweile hat sie über 20 Werke für Kinder im Grundschulalter herausgebracht.
Da viele unter dem Aspekt der Leseförderung entstanden sind, müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden. Dazu gehöre, dass auf einer Seite nicht mehr als vier Zeilen mit jeweils 33 Anschlägen stehen dürften, erklärt Hanneliese Schulze. "Das ist gar nicht so einfach." Die Radevormwalderin hat auch Kinderromane geschrieben. Dazu gehört etwa ihr Erstling "Leo aus dem Portenhaus", der vor 16 Jahren erschienen ist. "Fünf Gummibärchen für den Notfall" ist ein weiteres Buch für Kinder ab neun Jahren.
Artikel vom: 17.01.2008 (rp-online.de) von THOMAS WINTGEN
Meine Schwester ist auch behindert, die kann nicht singen. Aber sonst ist alles klar bei der." Rainer Schmidt (42), evangelischer Pfarrer (Studium in Bonn mit Heiko Poersch), stellte sich am Mittwoch den rund 80 Kindern der vierten Klassen der Schwanenschule vor. Und begann bei seiner Geburt, nach welcher die Großmutter durchs ganze Dorf lief: "Der Junge hat keine Arme." Ihre Wahrnehmung war: Katastrophe. Rainer Schmidts Mutter hingegen war geprägt von der frommen Einstellung "Wir kriegen wir das hin?"
Vor lauter Schreck bemerkte zuerst niemand, dass das rechte Bein etwa 30 cm zu kurz geraten war. "Mir ist das mit den Armen anfangs gar nicht aufgefallen - ich habe nicht über mich nachgedacht", erzählte er den Kindern.
"Der Mensch besteht ja aus viel mehr als zu kurzen Armen - in diesem Bewusstsein hat er die Behinderung nicht wahrgenommen, weil "ich einfach immer alles mitmachen konnte". Wozu der "komische Knopf" sei, den er da an der linken Hand hat, wollte ein Kind wissen. "Ich glaube, das müsste der Daumen sein", antwortete der bekannte Gast schmunzelnd. "Den kann ich total gut gebrauchen . . ."
Die erste Konfrontation mit Behinderung kam auf der Sonderschule für Körperbehinderte. "Das sind ja komische Kinder", habe er gedacht. "Bin ich auch ein komisches Kind?" Jedenfalls entwickelte er fortan das Gefühl "Du bist behindert!" "Ich war plötzlich ein Problemkind geworden. Aber ein Problemkind wollte ich nicht sein."
Gewiss, manche Sachen kann Rainer Schmidt wirklich nicht, Schnürsenkel binden zum Beispiel. Aber er hat gelernt, "dass man trotzdem ein netter Mensch sein kann". Und dann kam die Sache mit Klaus. Der konnte alles, sah gut aus und war auch noch total nett. Aber beim Singen ne Niete. "Es gibt keinen Menschen, der alles super gut kann. Es gibt keinen Menschen, der nicht irgendwas super gut kann."
Das war die Botschaft des Mannes, der sich sogar traut, auf die Straße zu gehen und zu sagen "Binden Sie mir bitte mal die Schnürsenkel zu." Der vorführte, mit welchen Hilfsmitteln er sich die Socken anzieht, wie es aussieht, wenn er schreibt. "Alles drin vom Aus bis zur Goldmedaille" Und wie er Tischtennis spielt! So gut, dass er auf Platz 8 der Weltrangliste steht, so dass er vom 6. bis 17. September zu den Paralympics nach Peking reisen darf.
Voraussetzung dafür sind ein Ranglisten-Platz unter den ersten zehn sowie eine Medaillen-Chance. Bis dahin will er, der dreimal die Woche trainiert, noch drei Weltranglisten-Turniere spielen, um sich weiter nach oben zu arbeiten, um in Peking besser gesetzt zu werden. "Vom Vorrunden-Aus bis zur Goldmedaille ist alles drin", sagte er vor wenigen Tagen der "Kölnischen Rundschau".
Artikel vom: 19.12.2007 (rp-online.de) von GUNDHILD TILLMANNS
Wermelskirchen (RP) Die Schwanenschule wird zum zweiten Mal Erster beim Energiesparpreis, auf Platz zwei liegt die Realschule, das Berufskolleg auf Platz drei. Visionen zur Energie der Zukunft entwickelten die jungen Leute.
Gewitterblitze einfangen, um damit Strom zu erzeugen, das möchten 19 Kinder der Klasse 4b der Schwanenschule. Eine solarbetriebene Waschmaschine und Strom aus der Kanalisation – solch fantasievolle Ideen und Visionen entfalteten die Kinder in ihrer Projektarbeit, die sie für den Energiesparpreis 2007 einreichten. Und mit ihrer Ideenvielfalt haben die Schwanenschüler auch den ersten Preis gewonnen, immerhin 600 Euro, die sie gestern Abend in Empfang nehmen konnten. Die Schwanenschule erhielt damit zum zweiten Mal den ersten Preis in diesem Wettbewerb.
Ein schweres Thema
Der Energiebeirat und die Umweltbeauftragte Brigitte Zemella hatten als Organisatoren des Energiesparpreises eingeladen. Die stellvertretende Bürgermeisterin. Christel Reetz, würdigte die Arbeiten der jungen Leute. Allerdings hatten auch die Preisträger jeweils zehn Minuten Zeit, um ihre Visionen zur „Energie der Zukunft“ darzulegen. Einige hatten dafür auch Powerpoint-Präsentationen vorbereitet.
Der zweite Platz mit einer Dotierung von 500 Euro ging an das Berufskolleg Bergisch Land. Dort hatte sich eine Gruppe mit vier Schülern und ein einzelner aus der Höheren Handelsschule für Technik am Wettbewerb beteiligt. Sie hatten Powerpoint-Präsentationen zu den Bereichen Bionik und Nanotechnik erstellt und unter anderem die Idee für ein Windrad mit kombinierter Fotovoltaik entwickelt.
An der Realschule hatten sich 20 Jugendliche aus der Jahrgangsstufe zehn in zwei gleichgroßen Gruppen mit den Wettbewerbsthemen beschäftigt. In der Unterrichtsreihe entstand eine Arbeit auf Papier, mit gemalten Bildern sowie eine Powerpoint-Präsentation. Auch in der Realschule ließen die Teilnehmer ihrer Fantasie freien Lauf. Dabei kamen u.a. das so genannte ESSG, ein Energiesparsportgerät, und die Solarkleidung heraus. Brigitte Zemella freute sich besonders über die Einstellung, die die jungen Leute gezeigt hatten: Die Kinder und Jugendlichen hätten sich nicht nur eine lange Zeit mit dem Thema beschäftigt. Das Thema sei diesmal für diese Altersgruppe auch schwer zu fassen gewesen, gibt die Umweltbeauftragte zu: „Denn welches Kind kann schon auf Anhieb etwas mit den gefragten Visionen anfangen?“, fügt sie hinzu.
Sehr gute Arbeiten
Dennoch sei die Jury sehr schnell darüber hinweggetröstet worden, dass sich nur drei Teilnehmergruppen zum Energiesparpreis 2007 gemeldet hätten. Denn alle insgesamt 44 beteiligten Schüler hätten sehr gute Arbeiten abgegeben, lobt Brigitte Zemella. Und erstaunlicherweise hätten die Kinder der Schwanen- und der Realschule sogar gewünscht: „Energiesparen soll Unterrichtsfach werden“, zitiert sie die Wettbewerbsteilnehmer.
Artikel vom 16.10.2007 (rp-online.de) von Udo Teifel
Männliche Vorbilder fehlen
(RP) Ralf Schmidt ist seit fünf Jahren Lehrer an der Schwanen-Grundschule. Er hat seinen Traumberuf gefunden. Auch der 31-Jährige findet es wichtig, dass mehr Männer wieder diesen Beruf ergreifen.
Er hat seinen Traumberuf gefunden. Und er lebt ihn: Ralf Schmidt (31) ist Grundschullehrer. Und er möchte nichts anderes sein. Seit fünf Jahren hat er eine Stelle an der Schwanenschule. Er leitet dort die „Mäuseklasse” – eine flexible Eingangsstufe für Erst- und Zweitklässler. Die Fünf- bis Achtjährigen werden dort individuell gefördert.
Aber nicht nur diese Aufgabe macht ihn zum überzeugten Grundschullehrer: „Es macht mir Spaß, mit Kindern umzugehen. Kindern etwas beizubringen.” Dies sei der „tollste Beruf, das Beste überhaupt, was ich mir vorstellen kann”. Der 31-Jährige hatte früh Kontakt mit kleinen Kindern: Er war häufig bei seinen älteren Geschwistern als Babysitter engagiert – „und das war nicht schlecht”. Da habe er erstmals gespürt, dass ihm der Umgang mit Kindern liege. „Die Rückmeldungen der Kinder und Eltern – das finde ich einfach prima.”
Die Überlegung der NRW-Schulministerin Barbara Sommer, für mehr Männer als Grundschullehrer zu werben, findet er wichtig: „In manchen Familien gibt es bis zur weiterführenden Schule keine männliche Bezugsperson. Gerade das männliche Erscheinungsbild ist wichtig, wenn kein Vater präsent ist.”
„Ich habe es ihr nicht ins Ohr geflüstert”, lacht Carolin Maus, Leiterin der Schwanenschule. Sie hatte am Samstag von der Ministerin das Gütesiegel in Empfang genommen. „Aber ich würde mich freuen, wenn Frau Sommer es umsetzen könnte: Denn in den Schulen fehlen die männlichen Vorbilder.” Die schlechte Besoldung einerseits, die schlechte Außendarstellung des männlichen Grundschullehrer-Bildes andererseits könnten dazu geführt haben, dass es so wenige männliche Kollegen gebe. „Das sind keine Männer!” – dieser Satz geistere immer noch in vielen Köpfen herum, wenn es um Grundschullehrer gehe. „Das ist unverschämt”, so Frau Maus, „das ist eine Herabwürdigung unserer Arbeit.”
Grundschullehrer müssten eine hohe Fachkompetenz und eine hohe Sensibilität für Kinder vorweisen. Und Studien hätten längst belegt, dass Jungen die Verlierer seien, wenn ihnen von früh an das Mädchen-Frauenbild vorgelebt werde, dass das weibliche Geschlecht das Reden übernehme. Gespräche würden sie später nicht mehr führen können. So seien zwei Drittel des Klientels an Förderschulen Jungen. Ähnliches gelte bei der Lesekompetenz: Das Angebot sei auf Mädchen ausgerichtet – „wenn das richtige Angebot da ist, haben auch die Jungen Spaß am Lesen.”
Auch Paul-Dieter Rudolf (Dabringhausen) würde sich über mehr männliche Kollegen freuen. Er ist der einzige Mann im Kollegium. „Pänz brauchen auch Männer – die Jungen reagieren dann ganz anders.” Zudem gebe es immer mehr Familien, die nicht mehr vollständig seien.
„Hoffentlich sind das nicht nur Sonntagsreden”, so Gerd Palmersheim (KGS): „Diese Ankündigung muss erst mit Leben erfüllt werden.” St. Michael ist mit zwei Vollzeitstellen und einer halben für muttersprachlichen Unterricht besser ausgestattet als Dabringhausen. Palmersheim vermutet, dass das Berufsbild für Männer nicht attraktiv genug sei. „Das liegt wohl am deutschen Rollenbild”, was er bedaure: „Der Grundschullehrerberuf ist leider als Frauenberuf aus der Geschichte heraus verkommen.” Er wünsche sich auch mehr männliche Kollegen – dann sei auch der Umgang untereinander anders.
Artikel vom: 15.10.2007 (rga-online) von Andreas Weber
Auszeichnung für die Schwanenschule
(awe). Aus der Hand von Schulministerin Barbara Sommer nahm Carolin Maus Samstagmorgen in Köln eine hohe Auszeichnung für die Schwanenschule entgegen. Im Gürzenich verlieh das Land das „Gütesiegel individuelle Förderung” (WGA; 10. Oktober).
Von den 7000 Schulen in Nordrhein-Westfalen dürfen sich seit der erstmaligen Verleihung im Februar 2007 insgesamt 91 Schulen damit schmücken. Am Samstag waren es 61, die das Qualitätsmerkmal erhielten. Sie hatten sich freiwillig einer intensiven Prüfung unterzogen.
Viele Gesamtschulen waren darunter, wenige Grundschulen. Einziger Vertreter aus Rhein-Berg war Schwanen, die größte Grundschule Wermelskirchens (360 Schüler, 24 Lehrer). Mit ihren Kolleginnen Simone Dasting und Gabriele Nauroth wohnte Leiterin Carolin Maus der Verleihung bei.
Als Vorletzte vor der Gesamtschule Willich war Wermelskirchen an der Reihe. Gut instruiert oder mit einem guten Gedächtnis ausgestattet, erinnerte sich Sommer sogar an die letzte Auszeichnung der Schwanenschule, „bewegungsfreudige Schule 2006”, im Januar 2007 verliehen.
Urkunde und Tafel nahmen die Vertreter der Schwanenschule mit in die Jahnstraße. Beim Tag der offenen Tür am Donnerstag, 25. Oktober (18 bis 20 Uhr), wenn interessierte Eltern durch das Haus geführt werden, wird das Gütesiegel an der Wand neben dem Sekretariat, der „Wall of fame”, hängen.
Artikel vom 09.10.2007 (rp-online.de) von Gundhild Tillmanns
Gütesiegel für Schwanenschule
(RP) Als erste Schule im Rheinisch-Bergischen Kreis erhält die Schwanenschule für drei Jahre eine ganz besondere Anerkennung. Schulleiterin Carolin Maus hofft, verbunden mit dem Preis, auf eine halbe Lehrerstelle zusätzlich.
„Wir kriegen das Gütesiegel!”, strahlte Carolin Maus gestern mit der Goldenen Oktobersonne um die Wette. Jubel herrschte in der Schwanenschule, als die Schulleiterin diese freudige Nachricht in der großen Pause den Kollegen und den Kindern verkündete. Die Schwanenschule wird nun als erste Schule im Rheinisch-Bergischen Kreis mit dem „Gütesiegel individuelle Förderung” ausgezeichnet.
Doch insgeheim hatte die siegesgewohnte Carolin Maus mit dieser neuerlichen positiven Nachricht und Anerkennung aus dem Düsseldorfer Schulministerium schon gerechnet. Wie wir berichteten, war die Bewertungskommission des Schulministeriums einen halben Tag lang in der Schwanenschule zu Gast gewesen und hatte „alles auf den Kopf” gestellt. Nach dieser „Prüfung auf Mark und Bein” war Carolin Maus allerdings schon augenzwinkernd von einem Mitglied der Bewertungskommission der Tipp gegeben worden: „Nehmen Sie sich am 13. Oktober nichts vor, Sie haben da einen Termin in Köln.”
Und tatsächlich hat Carolin Maus nun frisch auf ihrem Schreibtisch die Einladung zur Preisverleihung am 13. Oktober liegen. Sie möchte allerdings nicht alleine das Gütesiegel aus den Händen von Schulministerin Barbara Sommer in Empfang nehmen: „Wir arbeiten schließlich im Team”, betont die Schulleiterin. Deshalb werde sie dem Ministerium vorschlagen, auch die Kolleginnen Gabriele Nauroth und Simone Dasting mitzubringen, die sich maßgeblich für das spezielle Förderkonzept der Schule engagieren.
Für drei Jahre bekommt die Schwanenschule nun zunächst dieses Gütesiegel: „Wir werden uns natürlich bemühen, das Gütesiegel über die drei Jahre hinaus zu halten”, betont Carolin Maus. Außerdem rechnet sie sich nicht nur Ruhm und Ehre dadurch aus. Es sei im Vorfeld auch die Rede von einer zusätzlichen halben Lehrerstelle gewesen, die mit dieser Anerkennung verbunden werde, erinnert die Schulleiterin. Nachdem die Schwanenschule erst im Januar diesen Jahres mit großer Abordnung den Preis für die „Bewegungsfreudige Schule NRW” aus den Händen der Schulministerin erhalten hatte, muss sie diesmal aber mit kleiner Delegation nach Köln kommen. Denn bedauerlicherweise könnten diesmal keine Schüler- oder Elternvertreter mit zur Preisverleihung fahren, da diese in einen Fachkongress eingebunden sei, bedauert Carolin Maus.
Wenn sie dann ab kommender Woche das Gütesiegel auch gut sichtbar an der Schwanenschule angebracht haben wird, dann rechnet sich Carolin Maus auch noch weiteren Schülerzuwachs aus: „Wir haben noch Kapazitäten”, sagt sie auch im Hinblick auf die ab dem nächsten Schuljahr aufgehobenen Schulbezirksgrenzen.
Artikel vom 20.09.2007 (rp-online.de) von Gundhild Tillmanns
„Jury stellt Schule auf den Kopf”
Wie durch die Mangel gedreht, als habe das gesamte Kollegium noch einmal Examen machen müssen – so fühlten sich Carolin Maus, die Leiterin der Schwanenschule, und ihr Lehrerkollegium jetzt nach dem Besuch einer Wettbewerbskommission.
Denn die Schwanenschule beteiligt sich erstmals an dem landesweiten Wettbewerb für individuelle Schulförderung. Natürlich hat die Kommission aus dem Schulministerium Carolin Maus noch nicht verraten, ob ihre Schule am 13. Oktober im Kölner Gürzenich unter den Geehrten sein wird. Aber die wettbewerbserfahrene und bereits mehrfach ausgezeichnete Schwanenschule wäre natürlich gerne wieder dabei.
„Es gäbe eine halbe Lehrerstelle mehr, wenn wir in diesem Wettbewerb ausgezeichnet würden. Das klingt zwar wenig, wäre für uns aber ganz viel”, gibt Carolin Maus ihrer Hoffnung auf eine neuerliche überregionale Anerkennung Ausdruck. Zur Erinnerung: Die Schwanenschule hat bereits zweimal einen der Hauptpreise im landesweiten Wettbewerb „Bewegungsfreudige Schule NRW” bekommen. Außerdem wurde eine ihrer Klassen im Bundesgeschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ausgezeichnet.
Auch für die Wettbewerbe „Bewegungsfreudige Schule” waren stets Kommissionen angereist und hatten die „Schwanenschule auf den Kopf gestellt”. Doch das sei alles im Vergleich zu der Kommission diesmal nur ein müdes Vorgeplänkel gewesen: „Die waren von mittags bis abends bei uns und haben sich wirklich jedes Detail vorlegen und erklären lassen”, berichtet Carolin Maus. Auch seien die Räume besichtigt worden.
Ob es geklappt hat mit der Anerkennung, das wird Carolin Maus nun in Kürze erfahren, wie ihr die Kommission zugesichert hat. Aber falls es entgegen aller Erwartungen nicht zur Preisverleihung kommt, dann ist die Schulleiterin doch sicher: Mit ihren Standards hätten sie sich bei der Kommission sehen lassen können.
Artikel vom: 14.09.2007 (rga-online) Von Linda Wabel
Kinder lernen neue Hobbys kennen
Gitarren, fast so groß wie ihre Körper - damit spielen die Kinder das Projektwochenlied
„Happy, happy summer”. „Das haben die an einem Tag gelernt”, erzählt Schulleiterin
Carolin Maus stolz.
Denn bei der Projektwoche der Schwanenschule nahmen die Kinder jeden Tag an einem
anderen Kurs teil. Sie fand im Rahmen der Suchtwochen statt. Die Woche sollte den
Kindern viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung aufzeigen.
Maus: „Die sollen nicht nur vor dem PC sitzen und Fernsehen gucken.” „Sondern auch
mal Dinge kennenlernen, auf die sie im ersten Moment vielleicht gar keine Lust haben.”
So hätten einige Jungs erst einmal protestiert, als sie gesehen hatten, dass sie an einem
Tag in die Seidenmalerei-Gruppe eingeteilt wurden: Nach dem Tag haben sie gesagt:
„Ich wusste gar nicht, dass Seidenmalen so cool ist.”
Es waren nicht nur Lehrer und Mütter, die die insgesamt 40 Projekte angeboten hatten.
„Auch viele Väter haben sich eine Woche Zeit genommen”, erzählt Maus. Ein Vater
beispielsweise schweißte mit den Kindern Dachrinnen so zusammen, dass Blumenkästen
daraus entstanden. Im Flur der Schwanenschule verkaufen einige Schüler stolz die
selbstgebastelten Glückwunsch- und Weihnachtskarten, Seifen und Filzketten.
Dem Viertklässler Jonathan Eschbach hat die Projektwoche richtig Spaß gemacht:
„Am meisten der Tag, als ich in der Kochgruppe war”, erzählt der Neunjährige aufgeregt:
„Toll fand ich da nämlich, dass ich eine richtige Kochmütze bekommen habe. So eine
hätte meine Mutter auch gerne.”
Seine kleine Schwester Tatjana hatte vor allem Spaß, als sie mit Karte und Fernglas auf
Tour gegangen ist: „ich habe ganz viele Tiere beobachtet.” Ihrer Meinung könnte ruhig
öfter Projektwoche sein: „Das macht mehr Spaß als Schule.”
Lesen Sie auch unseren Bericht mit Fotos von der Projektwoche in der Rubrik Schwanengeschnatter.
Artikel vom: 15.06.2007 (rga-online) Von Michael Albrecht
Förderpreis im Geschichtswettbewerb gewonnen
Da staunte Carolin Maus nicht schlecht, als sie vor einigen Tagen Post von der Körberstiftung aus Hamburg bekam. Da wurde der Rektorin der Schwanenschule mitgeteilt, dass die Grundschüler der Klasse 3 b einen Förderpreis im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten "Miteinandern - gegeneinander? Jung und Alt in der Geschichte" gewonnen haben.
Unter der Regie ihrer Lehrerin Gunhild Dahlhoff hatten sich die Grundschüler im ersten Schulhalbjahr in Deutsch, Sachunterricht und Kunst mit dem Thema beschäftigt, wie Kinder Advent und Weihnachten zwischen 1930 und 1950 erlebt haben.
Dafür wurden Luca Bäumer, Tatyana Branco-Nunes, Francesca Cleffmann, Jill Dicke, Jan-Michael Diebel, Nadja Fischer, Tom Himmelrath, Patrick Hulverscheidt, Lukas Ilias, David Klaffer, Finn Klophaus, Lucas Köller, May-Brit Quella, Robert Quella, Victoria Schneider, Marina Schulz, Chantal Stöcker, Katharina vom Stein, Chiara Waurig und Isabell Antonia Zanter zu Geschichtsforschern.
Sie besuchten die Tagespflege der Diakonie-Station und das Friedrich-Kemmler-Haus der Altenzentrum gGmbH an der Berliner Straße, um von den alten Menschen etwas über den Advent und Weihnachten vor 50, 60 oder 70 Jahren zu erfahren.
Dabei lernten die Grundschüler, dass die Geschenke während des Krieges und in der Nachkriegszeit nicht gerade üppig ausfielen. Es gab einen Teddybären oder neue Kleider für die Puppe, erzählte Tim. Aber damals wie heute, bekamen sie von den Senioren berichtet, gab es bunte Teller, die allerdings nicht so gut bestückt waren wie heute. Aber sie entdeckten noch weitere Gemeinsamkeiten.
Luca: "Der Tannenbaum, die Kinder haben durch das Schlüsselloch geguckt, es wurden Gedichte auswendig gelernt, es gab ein leckeres Weihnachtsessen."
Alles was die Kinder herausbekommen haben, wurde aufgeschrieben. Die Besuch bei den Senioren durch Fotos festgehalten. Der Ordner mit den Arbeitsergebnissen wuchs täglich. Bei der Arbeit war der Computer tabu. Schließlich gab es den früher auch nicht. Tom: "Wir haben alles mit der Hand geschrieben. Das waren plötzlich über 100 Seiten.
" Ein Höhepunkt war das Weihnachtsfeier der Klasse, die so gestaltet wurde, wie die Groß-und Urgroßeltern Weihnachten als Kinder vor über 50 Jahren gefeiert haben.
Für viele Grundschüler war der Kontakt mit den alten Menschen eine neue Erfahrung. Ihre Großeltern sind oft noch gar nicht so alt oder leben nicht in der Nähe.
Die Kinder lernten, so Gunhild Dahlhoff, außerdem völlig unbekannte Begriffe wie Lebensmittelkarten, Zeitzeugen, hamstern und das ältere Menschen durchaus interessanten Gesprächspartner sind.
Dotiert ist der Förderpreis mit einem Preisgeld. Das fließt in die Klassenkasse und hilft bei der Finanzierung eines Ausfluges, verriet gestern Lehrerin Gunhild Dahlhoff bei der Vergabe der Urkunden des Bundespräsidenten.
Lesen Sie auch unseren Bericht mit Fotos von der Preisverleihung in der Rubrik Schwanengeschnatter.
Artikel vom 01.02.2007 (rga-online) von Thomas Wintgen
Gesunde Lunchpakete in der Schwanenschule
Schulministerin Barbara Sommer und Landtagspräsidentin Regina van Dinther haben am Mittwoch im Landtag 50 "bewegungsfreudige Schulen" ausgezeichnet."Ich gratuliere zu hervorragenden Leistungen und großem Engagement. Sie sind Vorbilder in der Schulsport-Entwicklung."
17 Schulen erhielten das Gütesiegel "Bewegungsfreudige Schule NRW 2006" und einen Scheck über 1 500 Euro. Die Auszeichnung wurde zum zweitenmal vergeben. Den Schwanenschüler(inne)n fiel auf, dass es kaum Schulen gab, die schon zum zweitenmal Gütesiegel und Scheck erhielten. Schließlich bekam die Schwanenschule schon Anfang 2005 den Titel für 2004.
Damals gab es übrigens ein Lunch-Paket für alle Kinder, welches die Schwanenschüler(innen) kritisch unter die Lupe nahmen: "Das ist ja gar nicht gesund!" Organisatoren hatten das mitbekommen und diesmal im Vorfeld Kontakt aufgenommen: Wie müsste denn, Eurer Meinung nach, ein gesundes Lunch-Paket aussehen?"
Gestern waren lauter gesunde Sachen im "fantastischen" Lunch-Paket, welches die neun Schwanenschüler verzehrten, ehe sie zum Abgeordneten Rainer Deppe eilten.
"Es war ein toller Tag", blickte Schulleiterin Carolin Maus auf die Feier zurück, welche die Kinder genießen konnten - inklusive Rahmenprogramm.
Die neun Schwanenschüler(innen) - Klassensprecher der dritten und vierten Klassen und Schulsprecherin -, Schulpflegschaftsvorsitzende, Schulleiterin und zwei Sportlehrerinnen neben dem Scheck und der Tafel mit der Auszeichnung Ideen anderer Schulen mitnehmen. Insofern empfand Carolin Maus es als "doppelt spannend, wo wir gerade auf dem Weg sind".
Die Kinder waren um so stolzer, als sie schon die zweite Auszeichnung erhalten hatten - Lohn für das Engagement von Schülern, Eltern und Lehrer(innen), gleichzeitig natürlich auch Ansporn und Motivation.
Das Ministerium für Schule und Weiterbildung prämiiert mit dieser Auszeichnung Schulen mit einem besonders bewegungsfreudigen und sportfreundlichen Profil. Am Bewerbungsverfahren hatten sich diesmal mehr als 400 Schulen beteiligt.
Artikel vom 02.12.2006 (rp-online.de) von Gundhild Tillmanns
„Ich bin stolz, ein Schwan zu sein!“
Die Schwanenschule gehört zum zweiten Mal zu den Hauptpreisträgern im Wettbewerb „Bewegungsfreudige
Schule NRW“. Sie wird von Schulministerin Barbara Sommer im Landtag geehrt und erhält wieder ein Preisgeld von 1500 Euro.
Lauter vor Freude strahlende Kinder und Lehrer gab es gestern in der Schwanenschule: „Wir sind zum zweiten Mal Hauptpreisträger geworden!“, verkündete Schulleiterin Carolin Maus. Im Wettbewerb „Bewegungsfreudige Schule NRW“ hatte die Schwanenschule bereits vor zwei Jahren zu den Hauptpreisträgern gehört. Und nun ist sie wieder dabei, wenn allerdings nicht mehr Schulministerin Uta Schäfer, sondern diesmal Barbara Sommer die Ehrung vornimmt. Mit am meisten hat Carolin Maus
aber gestern die Reaktion eines kleinen Schülers gefreut. „Ich bin stolz, ein Schwan zu sein!“, hat der nämlichgerufen, als er von dem Wettbewerbsergebnis erfuhr.
Positive Anzeichen, wieder unter den Gewinnern zu sein, hatte es bereits im September bei der Visitation der Jury gegeben. Der war es nämlich nicht entgangen, dass die Schwanenschule ihr bereits ausgereiftes Konzept für eine gesunde und sportliche Schule nicht nur fortgeführt hatte. Sie hatte es auch konsequent durchgezogen, obwohl sie wegen der Bauarbeiten lange Zeit auf ihre Turnhalle verzichten musste. Das hat jetzt auch Schulministerin Barbara Sommer in ihrem Gratulationsbrief an die Schwanenschule ausdrücklich gewürdigt. Denn Sportunterricht gab's die ganze Zeit ohne Ausfälle. Es wurde improvisiert, sogar in die Flure und ins Pädagogischen Zentrum ausgewichen. „Ich fahre auf jeden Fall wieder mit den Klassensprechern, einem Elternvertreter und einer Fachlehrerin zur Preisverleihung“, kündigt Carolin Maus an. Denn der Preis sei eine absolute Gemeinschaftsleistung, an der vor allem auch die Eltern beteiligt seien. „Vieles ist in unserem Konzept erst durch die Ideen der Eltern entstanden“, hebt Carolin Maus hervor. So stehe zwar der Rahmen, das Konzept sei aber immer ausbaufähig wie beispielsweise mit dem ab Frühjahr geplanten Projekt: „Die Eltern haben vorgeschlagen, eine Lauf Ag zu gründen, bei der sie auch selber mitmachen möchten“, freut sich Carolin Maus.
Das Preisgeld war vor zwei Jahren für die Anschaffung einer riesengroßen Spielekiste für den Schulhof verwendet worden, aus der mittlerweile ein regelrechtes Spielhaus geworden ist. Das schuleigene Kinderparlament, das über die Verwendung des Geldes entschieden hatte, wird auch diesmal die
Wahl treffen. „Für uns ist dieser erneute Preis natürlich eine enorme Motivation weiterzumachen“, sagt Carolin Maus. In der gesunden und bewegungsfreudigen Schule bestärkten sie aber auch täglich neu die
Kinder selbst: „Mann kann sehen, wie sie das Konzept verinnerlicht haben“, freut sie sich.
Artikel vom 15.09.2006 (rp-online.de) von Gundhild Tillmanns
Sportlich auch ohne Halle
Die Schwanenschule hat wegen der geschlossenen Halle unter enorm erschwerten Bedingungen den Sportunterricht durchgezogen, ihr Angebot sogar erweitert. Sie hat gute Gewinnchancen im NRW-Wettbewerb.
Sportunterricht ohne Sporthalle? Und dann noch mitmachen beim Wettbewerb „Bewegungsfreudige Schule NRW“? Dieser Spagat scheint der Schwanenschule so gut gelungen zu sein, dass sich Schulleiterin Carolin Maus jetzt sogar wieder gute Chancen ausrechnet, zum zweiten Mal unter den Hauptpreisträgern zu sein.
„DieWettbewerbskommission war bei ihrem Besuch des Lobes voll. Die Mitglieder haben besonders honoriert, das wir unter erschwerten Bedingungen ohne Sporthalle unser Bewegungsprogramm sogar noch erweitert haben“, berichtet Carolin Maus. Und die Kommission habe bereits avisiert, sie wolle die Schwanenschule unbedingt in das Netzwerk der Schulen mit Vorbildfunktion aufnehmen, freut sich die Leiterin.
Doch Carolin Maus freut sich vielleicht noch mehr, wenn die Schwanenhalle, wie von der Stadtverwaltung avisiert, jetzt wieder geöffnet wird. Der Sportunterricht fand nämlich seit Schuljahresbeginn bei schlechtem Wetter unter enorm erschwerten Bedingungen in der kleinen Aula und sogar in den Fluren statt. „Wir sind, wenn es eben ging, auf die Höfe ausgewichen und haben sogar bei Nieselregen draußen Sportunterricht erteilt“, berichtet Carolin Maus. Aber in der Aula und in den Fluren musste trotzdem allzu oft „die wilde Meute gebändigt werden“. Kinder hätten nun mal einen besonderen Bewegungsdrang, da sei bei den Sportlehrern enorme Kreativität gefragt gewesen: „Die Kinder durften in der Aula und in den Fluren nicht rennen, nicht zu viel Lärm machen, um die anderen Klassen nicht zu stören. Und Ballspiele konnten überhaupt nicht stattfinden“, schildert Carolin Maus die Einschränkungen. Trotzdem ist es den Lehrern, aber auch unterstützt durch die Eltern, gelungen, das Konzept „gesunde und bewegungsfreudige Schule“ noch auszubauen. In Vorbereitung ist jetzt beispielsweise eine Lauf-Ag für Eltern und Kinder, die dann auch in den Sponsorenlauf für Anschaffungen in der Schule münden soll. Beeindruckt war die Kommission laut Carolin Maus auch von dem „Sportgerätepark“ der Schwanenschule. Das Spielhaus konnte sie ebenso präsentieren wie den Rollerpark für die ersten und zweiten Klassen sowie die 30 Rollbretter zur Schulung des Gleichgewichtes und vieles mehr:
„Die haben uns gefragt: Wo haben sie das alles her?“, berichtet Carolin Maus und fügt hinzu: „Aus unserem normalen Schul-Budget ganz sicher nicht. Sponsoren und Eltern haben uns immer wieder geholfen.“
Neben diesen Besonderheiten nahm die Kommission aber natürlich auch den regulären Sportunterricht der Schwanenschule unter die Lupe. „Wir beschäftigen nur noch ausgebildete Sportlehrer. Uns gelingt es tatsächlich, die leistungsschwachen Schüler nicht hinten runter fallen zu lassen. Andererseits fördern wir die Leistungsstarken auch so, dass sie nicht unterfordert sind“, betont Carolin Maus.
Artikel vom 15.09.2006 (rp-online.de) von Gundhild Tillmanns
Schwanenschule schon gewonnen
Das Engagement der Schwanenschule, Kinder für Sport und Spiel, für eine
gesunde Ernährung regelrecht zu begeistern, ist mehr als goldrichtig
platziert in einer Zeit, in der all' dies bitter nötig ist. Da müssen
auch in Wermelskirchen Kindergartenkinder schon zur Rückenschule, damit
sie ihre Schultaschen überhaupt tragen können. Der Grund: Sie sitzen nur
noch vor Computer, Play-Station oder Videogerät, spielen nicht mehr
draußen und stärken demzufolge auch weder Muskulatur noch ihren
Rücken.Ein anderes Beispiel: „Treibst du auch Sport?“, fragt
Carolin Maus einen Jungen bei der Einschulung. Der bejaht zwar. Doch
Nachfragen ergibt,was er tatsächlich unter Sporttreiben versteht:
„Ich habe Computerspiele mit Sport“, sagt er sogar stolz.
Kinder beweglich und gesund zu machen - in der heutigen Zeit - das ist ein
Verdienst, mit dem die Schwanenschule alleine schon gewonnen hat - ganz
egal, ob sie nun wieder Preisträger im NRW-Wettbewerb
„BewegungsfreudigeSchule“ wird.
Artikel vom: 13.09.2006 (rga-online) Von Anja Carolina Siebel
Schwanenschule feiert afrikanische Woche
"Ich! Ich möchte es haben!" Die Erst- und Zweitklässler der Schwanenschule springen von ihren Stühlen und greifen in die Luft. Begriffe wie Lokole oder Caxixi hören die meisten zum ersten Mal. "Aber auf denen kann man so tolle Geräusche machen", kräht Kevin (6), während er den Applaus der anderen auf der Lokole mitklopft.
"Eine Lokole ist ein afrikanisches Schlaginstrument, und Caxixi sind Rasseln", erklärt Hans-Peter Gohl. Der Wermelskirchener lebte mit seiner Ehefrau von 1982 bis 92 als Baumissionar im Kongo und engagiert sich noch heute für Hilfsprojekte dort.
"Die Lokole ist auch das Telefon der Kongolesen", sagt Gohl augenzwinkernd - Kevin hält sich das hölzerne Gerät prompt ans Ohr. Einblicke in die Kultur "Wir haben Hans-Peter Gohl zum Start unserer afrikanischen Woche eingeladen", erzählt Lehrerin Stephanie Braunstein. "Die Kinder bekommen Einblicke in das Leben und die Kultur auf dem fremden Kontinent", fasst sie die Intention zusammen.
Zwischendurch erzählt Gohl Anekdötchen über den Alltag in Afrika. "Den hat meine Frau mal von einem kleinen Jungen geschenkt bekommen", zeigt er einen mittelgroßen Elefantenzahn. "Guck dir den mal an", stupst Jan Phillip Rademacher (6) seinen Freund in die Seite. "Der ist ja vielleicht groß."
"Die Kinder sind total begeistert", freut sich Gohl über sein klatschendes Publikum. Er ruft Lena Schmidt (8) und Hüseyn Barisik (9) auf die Bühne und verkleidet sie mit Tüchern "ein bisschen afrikanisch." Lena bekommt einen Besen und Hüseyn eine Machete. Um sie herum schart sich ein Dutzend anderer Kinder. Ihnen gibt Gohl Instrumente in die Hand.
Lachend beginnt der neu formierte Chor zu rappeln, zu klopfen, zu pfeifen und zu trommeln. Mit den Klassenkameraden stimmen sie aus voller Kehle das afrikanische Lied "Asante sana Jesu" (Wir danken dir, Jesus) an.
Am Samstag feiern alle Schüler(innen), Lehrer und Eltern von 11 bis 14 Uhr das Schulfest. "Auch das steht unter dem afrikanischen Motto", sagt Stephanie Braunstein. "Die Kinder veranstalten einen Flohmarkt, dessen Erlös für das Hilfsprojekt von Herrn Gohl in Kinshasa im Kongo bestimmt ist. Sie sollen vorher wissen, wohin das Geld für ihre alten Spielsachen fließt."
"Wir sind froh, dass wir mit dem Verkauf unserer Sachen etwas Gutes tun können", zeigen sich Nils Hemmerich und Fiona Guenther (beide 7) großzügig. "Dass Herr Gohl uns zeigt, wie die Leute im Urwald leben und musizieren, finden wir spannend. Ein bisschen wie eine Reise in eine andere Welt."
Artikel vom: 13.09.2006 (rga-online) Von Anja Carolina Siebel
4. Stöbertag: Silberringe als Lohn
"Beim Lesen wird unsere Fantasie angeregt. Wir können uns alles besser vorstellen als zum Beispiel beim Fernsehen", schilderten Luisa Zauft und Isabelle Mierau (beide 9). Die Viertklässlerinnen trugen schmucke gelbe Schirmmützen mit dem Schriftzug "Stöberkind" bei ihrem Einsatz in der Buchhandlung Marabu.
"Beide finden sich prima zurecht", befand Buchhändlerin Gabi van Wahden. Luisa und Isabelle schmökerten in der Kinderbuch-Abteilung, kümmerten sich um Verlagsvorschauen und Preisauszeichnungen und bastelten an einer Collage. Beide können sich vorstellen, später im Buchhandel zu arbeiten.
Verkaufstalent bewiesen Anastasia Ivanova und Aylin Yildiz (beide 10) im Modegeschäft "Female". Selbstbewusst gingen sie auf Kunden zu und fragten nach deren Wünschen. "Die machen ihre Sache super", lobte Textil-Verkäuferin Rosa Rizzo. "Wir machen uns gerne chic, deshalb wollten wir hier helfen", plauderte Anastasia Ivanova. Für ihr Berufsleben hat Ayleen andere Vorstellungen. "Ich möchte Richterin werden."
Jonathan Todebusch und Max Böhm (beide 9) saßen unter einer Lampe und drehten ein Metallteil in ihren Fingern. "Das wird ein Silberring", erklärte Max. "Die beiden sind sehr geschickt", staunte Goldschmied Frank Niebch. Die fertigen Schmuckstücke durften die Schüler als Lohn mitnehmen.
"Ich mache zum vierten Mal mit", erzählte der Goldschmied. Dass Kinder Einblicke in die Arbeitswelt bekommen, finde er bereichernd. "Ich habe selber zwei Kinder im Grundschulalter und weiß, wie viele Fragen die haben."
Überrascht von seinem aufgeweckten Schützling war Friseurmeister Heiner Sieper, der erstmals am Stöbertag teilnahm. Carolin Weichert (9) verbrachte den Vormittag in seinem Salon als Nachwuchs-Friseurin. "Sie hat gefönt, gefegt, Lockenwickler angereicht und sich selbst frisieren lassen", erzählte er. "Vor allem hat sie uns Löcher in den Bauch gefragt. So sollte es auch sein."
Stadtjugendpfleger Michael Haaser, Organisator des Stöbertages, zog ein durchweg positives Resümee. "Kinder wie Betreuer waren begeistert. Die Betreuer von ihren aufgeweckten Schützlingen und die Kinder vom praktischen Tun. Die Teilnehmer freuen sich alle auf nächstes Jahr."
Artikel aus der "Bergischen Morgenpost" vom 08.11.2005
Bunte Laternenwelt
„Komm Mama, ich zeige dir mal direkt, wo meine Laterne steht.“ Kaum hatte es
der neunjährige Jannick Schneider ausgesprochen, da zog er seine Eltern auch
schon ungeduldig durch die Karawanen von Menschen. Und der Schwanenschüler
kannte sein Ziel ganz genau, hatte schnell ausgelotet, wo sein kleines
Kunstwerk stand. Und als er seine Familie endlich hindurch gelotst hatte
durch die vielen Mütter, Väter und Großeltern, die an diesem
Samstagnachmittag die Laternenausstellung bewunderten, erntete er viel
Begeisterung.
Denn zweifellos gehörten die Zebralaternen der Klasse 4d der Schwanenschule
zum Highlight der traditionellen Laternenausstellung. Kleine Lampenschirme
aus weißem Pergamentpapier, bemalt mit schwarzem Muster und geschmückt mit
einem zierlichen Kopf und schwarzer Wolle als Mähne. Kaum einer konnte ohne
begeisterte Worte die Afrika-Ecke der Laternenausstellung wieder verlassen.
Auch Löwen und Geparden tummelten sich hier, gleich nebenan waren Frösche
und Enten zuhause.
Die Schüler der Klassen eins bis vier hatten tagelang an ihren Kunstwerken
gearbeitet, bevor die Türen der Ausstellung geöffnet wurden. Ganz
stimmungsvoll hatten die Lehrer den Rundgang dekoriert und während es
draußen in Strömen regnete, sich das Herbstwetter breit machte, ging es
drinnen ganz besinnlich und gemütlich zu. Während die I-Dötzchen Sonnen,
Pilze und Vögel gebastelt hatten, luden auch die bunten Quallen und Fische
zum Schmunzeln ein. Blaue Folien ließen den Besucher fast meinen, im
Aquarium zu sein, ganz liebevoll war die Dekoration ausgesucht worden. Im
Schlenderschritt machte sich so manch ein Besucher am Samstag und Sonntag
auf die Reise in andere Welten, geführt von kundigen Kinderhänden. Am Ende
des Parcours wartete duftender Glühwein und Saft für die begeisterten
Ausstellungsbesucher.
Artikel vom: 07.11.2005 (rga-online) Von Thomas Wintgen
Wunderbare Laternenausstellung in der Schwanenschule
Stimmungsvolle Musik empfängt die Besucher, sobald sie das PZ der Schwanenschule betreten. Viele fröhliche Sonnen begrüßen die Gäste, gefolgt von leuchtenden Sternen auf nachthimmelblauem Grund."Wunderbar", murmelt der Vater mit der Filmkamera und mag gar nicht mehr aufhören, diese Eindrücke in Bildern festzuhalten. Der Leuchtturm und ein großes Schiff entführen ihn just in den Sommer am Strand.
Und unter Wasser. Wo es alle Formen und Farben gibt. Bunte Kugelfische, K! ra! ken und viele Windvögel zieren die Urlaubsstimmung, liebevoll drapierter Stoff, eine Korallen-Kulisse, Seesterne und echte Muscheln. Die Schule hatte vor zwei Wochen mit dem Basteln der Laternen begonnen; das aufwändige Herrichten des PZs nahm eine Woche in Anspruch - zum Teil bis in den Abend hinein. Deswegen gibt's diese Ausstellung auch nur alle drei Jahre. Die Abschnitte hatten sich die Klassen aufgeteilt: Eingangsklasse(n) 1/2 Sonnen und Prinzessinnen, E 3 Pilze, E 4 Bären, E 5 Frösche, E 6 Schnecken, 2 a Löwen, b Drachen, c Feuervogel, d Fische, die Integrationsklasse die Leoparden, 3 a Dinos, b Clowns, c Schiffe, d Fledermäuse, katholische Religion Geparden, 4 a Kraken, b Enten, c Zauberer und Würfel, d Zebras.
"Ich glaub', hier sind wir in Afrika", sagt eine Mutter bei deren Anblick und angesichts der vielen Löwen, welche unter anderem um afrikanische Trommeln aufgebaut waren. Nett auch der zu einem Bärenkäfig umfunktionierte Laufstall. Ganz passend Stimmung und Dekoration in der Caféteria. "Durch den Wetter-Umschwung am Wochenende können sich die Menschen überhaupt erst wieder vorstellen, dass in dieser Woche schon der Martinstag ist", schmunzelt eine zufriedene Schulleiterin Carolin Maus. Wobei es bei diesen Pracht-Exemplaren möglichst nicht regnen darf; dafür wären sie alle zu schade.
Heute und morgen ist die Ausstellung noch jeweils von 17 bis 19 Uhr geöffnet (Eintritt frei, Spenden willkommen). Am Mittwoch bekommen alle Schüler(innen) ihre Laternen ausgehändigt. Wenn also diese Woche beim "Mätensingen" ein Kind mit besonders schöner Laterne bei Ihnen an der Tür steht, geht es mutmaßlich auf die Schwanenschule.
Artikel vom: 21.10.2005 (rga-online) DIE OGATA AN DER SCHWANENSCHULE
(AWe). Zwei Grundschulen in Wermelskirchen bieten die Offene Ganztagsschule (Ogata) an: St. Michael und Schwanen. Letztere ist seit ihrem Einstieg mit Schuljahresbeginn überrascht, wie schnell sich das zusätzliche Angebot durchgesetzt hat.
Fast 100 der 384 Grundschüler wählen die Option, von 7 bis 16.30 Uhr in der Schule unterrichtet, betreut und mittags verköstigt zu werden. Eine hohe Zahl, die begünstigt wird
durch die Kooperation mit dem Hort, der allein 43 Kinder stellt. Je nach Einkommen kostet Eltern die Ogata monatlich 20 bis 100 Euro. Ogata hebt auch die Schulferien weitestgehend auf. Nur drei Wochen im Sommer sowie eine Woche zwischen Weihnachten und Neujahr ist die
Schwanenschule ganz geschlossen. Ansonsten läuft das Angebot für Ogata-Kinder durch.
Artikel vom: 21.10.2005 (rga-online) Bericht von Andreas Weber
Die Offene Ganztagsschule lebt
Die "Was-ist-Was"-AG an der Schwanenschule ist ein Beispiel. Manche Eltern sehen die Offene Ganztagsschule (Ogata) mit Argwohn. Was passiert am Nachmittag? "Die Kinder werden nur verwahrt", ist eine Mutmaßung, die Carolin Maus zu hören bekommt. Die Leiterin der Schwanenschule weiß es besser.
Das Vorurteil lässt sich durch die vielfältigen Angebote und die Resonanz widerlegen. Ein prägnantes Beispiel ist die "Was-ist-was"-AG, mit zwölf Kindern restlos ausgebucht.
Die Arbeitsgemeinschaft hält auch nach einem anstrengenden Vormittag die Spannungskurve aufrecht. Adrian Gromotka bringt Dritt- und Viertklässlern naturwissenschaftliche Phänomene spielerisch näher. Jeden Montag rücken Ausprobieren, Sehen, Basteln, Fühlen und vor allem
Entdecken zwischen 15 und 16 Uhr in den Mittelpunkt. Gromotka ist nicht nur Schulpflegschaftsvorsitzender und Vater von Jana (3. Klasse) sowie Lena (1. Klasse), sondern
auch Industriemeister, Fachrichtung Chemie. Der Bayer-Mitarbeiter weiß als jemand, der auch ausbildet, um die Defizite in Physik und Chemie. "Man kann nicht früh genug anfangen."
Seit den Sommerferien erweitert er deshalb Horizonte mit Experimenten. Die vier Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft beschäftigen die jungen Forscher. Da wird zum Beispiel
im Werkraum ein rohes Ei in einem Wasserbehälter zum Schweben gebracht. Werden Zentrifugalkräfte getestet, wenn eine Kugel in einem nach unten offenen Glas rotiert,
entsteht aus Abfall nutzvolles Spielzeug in Form einer Schallkanone, mit der sich Kerzen ausblasen lassen. Das wissbegierige Dutzend lernt, wie ein Wasserberg entsteht, Centstücke in einen randvollen Becher rutschen, ohne dass dieser überquillt. Am meisten Spaß bereitet
natürlich Action. Und den großen Aha-Effekt lässt Gromotka mit folgenden Zutaten entstehen: Eine leere Rolle für Brausetabletten wird mit Papier als Rakete verkleidet,
hernach zu gleichen Teilen Backpulver und Zitronensaft eingefüllt. Dann kommt der Stöpsel drauf. Und alsdann zündet die Rakete auf dem Tisch. Es dauert nur wenige Sekunden, bevor sie gen Zimmerdecke zischt. "Aus den Zutaten entsteht ein dritter Stoff. Die Rakete fliegt mit Kohlendioxyd. Je nach Mischung bis zu fünf Meter hoch", weiß der Lehrmeister. Eine chemische
Reaktion, die man gar nicht oft genug sehen kann. Schüler starren immer wieder gerne auf ihr Cape Canevaral im Miniaturformat. Die Versuche lassen sich auch daheim wiederholen. All das,
was in der AG umgesetzt wird, ist in einer Mappe, die jeder mit nach Hause nehmen darf, schriftlich festgehalten. Darin steht auch, dass Experimente nur mit Wissen und im Beisein
der Eltern durchgeführt werden dürfen. An Alternativen wird es nicht mangeln. Denn die Mappe wächst ständig. Zum Halbjahresende verspricht Gromotka einen Höhepunkt: "Dann
gehen wir mit unseren Versuchen in den Weltraum."
Artikel vom: 14.09.2005 (rga-online) Bericht von Michael Albrecht
Die Schulbank tauschten 78 Viertklässler der Schwanenschule gegen den Arbeitsalltag der Erwachsenen. Beim 3. Wermelskirchener Stöbertag entdeckten sie die Berufswelt. Auch die dritte Auflage des Stöbertages, der von Stadtjugendreferent Hartmut Engelbrecht vor drei Jahren angestoßen und heuer wieder organisiert wurde, war ein voller Erfolg bei allen Beteiligten.
Ingesamt stellten 28 örtliche Unternehmen und die Stadtverwaltung die Grundschüler für einen Vormittag als Arbeitskräfte ein. Die Bandbreite reichte von Schuhgeschäften über Arztpraxis bis zum gastronomischen Betrieb. Auch als Mitarbeiter des Ordnungsamtes versuchten sich zwei Grundschüler, die gemeinsam mit den Politessen auf die Jagd nach Verkehrssündern gingen. Für viele Schüler taten sich neue Welten auf. Ganz begeistert waren Amira Ben Omar und Pia Rossow, die sich die Goldschmiede von Frank Niebch auserkoren hatten. Entsprechend der Idee des Stöbertages schauten sie ihrem "Arbeitgeber" nicht nur über die Schulter, sondern wurden selbst aktiv. Pia und Amira entwarfen Anhänger für eine Kette erst auf Papier, die sie dann aus Silber herstellten. Am Ende gravierten sie noch ihre Namen in das Herz und die Raute.
Gegenüber auf der Kölner Straße im Geschäft von Wolfgang Müllenmeister (Holzwürmchen) haben sich Tim Kirchner und Benjamin Zöpfgen eingefunden. Die beiden Jungen wollten unbedingt in einem Spielwarengeschäft ihren Stöbertag absolvieren. Heike Thamm-Scheerer und Wolfgang Müllenmeister nahmen die beiden Kinder unter ihre Fittiche. Das bedeutete, dass sie nicht nur aufräumen mussten, sondern zu ihrem Arbeitspensum gehörte auch das Testen von Spielen. Tim und Benjamin nahmen das Spiel "Rechen-Pirat" unter die Lupe und mussten es bewerten. "Das ist was für die Freiarbeit in der Schule", haben die Grundschüler schnell erkannt. Handwerkliches Geschick konnte Leonardo Margheriti beweisen, der beim Schlüsseldienst von Eric Offermanns an der Werkbank stand. Unter Anleitung seines Chefs durfte er unter anderem einen Schlüssel herstellen.
Gleich vier Stöbertagskinder waren bei der Baumschule Bosman in Beutelshufe am Start. Ulrike Hamacher, Ingenieurin für Landschaftsarchitektur, brachte Adrian Masur, Simon Cornehl, Dominik Ilias und Victoria Kostka ihre Arbeit näher. Dabei absolvierten die Kinder einen Grundkurs über Gehölze und andere Pflanzen. Aber sie konnten auch selbst aktiv werden und ein Verkaufsbeet mit Koniferen bestücken. Auch durften sie am Ende ihres Arbeitstages einen Samenkasten mit Petersilie und Basilikum mit nach Hause nehmen. In der Baumschule ist Kinderbesuch nicht ungewöhnlich. So sind Ende September dort wieder je zwei Gruppen aus der Tenter Schule und dem Kindergarten zu Gast und nehmen am Tag der Kindergärtnerei teil, verrät Ulrike Hamacher. Die Arbeitgeber wie Frank Niebch, Wolfgang Müllenmeister oder Eric Offermanns, der zum ersten Mal an der Aktion teilgenommen hat, sind durchweg zufrieden mit ihren "Arbeitnehmern". Für sie steht deshalb außer Frage, dass sie beim 4. Stöbertag wieder Arbeitsplätze für Grundschüler bereitstellen.
Abgeschlossen wurde der Stöbertag gestern Nachmittag wieder mit einer Aufführung des Mathom-Theater, zu der Einzelhandelsverband, Stadtmarketing und Jugendamt ins Bürgerzentrum eingeladen hatten. Dort führten die Theaterleute Regina und Klaus das Stück "Mummenschanz und Firlefanz" auf, bei dem sie und die Kinder in Märchenrollen schlüpften.
Lesen sie auch unser Schwanengeschnatter zu diesem Thema und schauen Sie die Fotos an.

- Ich packe meinen ...

- ... Lesekoffer und hinein stecke ich ...
Artikel: Bulletin 03/2005
»Meine Tochter hat noch nie gerne gelesen. Aber jetzt hat sie mir hier einen Zettel mitgegeben: Ich soll ihr diese vier Bücher bestellen. Das erste davon hat sie aus Ihrem Lesekoffer. Jetzt will sie die anderen aus der Reihe auch ...!« Die junge Mutter steht mit ihrem Notizzettel in der Buchhandlung und kann es kaum fassen. Das hat sie bei Sina noch nicht erlebt: Sina liest freiwillig und will sogar noch mehr! Und dass unter den Jungs der Klasse 2c der Schwanenschule in Wermelskirchen ein regelrechter Wettbewerb darüber stattfindet, wer in den vier Lesekoffer-Wochen die meisten Bücher liest – nicht nur das erstaunt deren Lehrerin Frau Leonhardt. Auch dass sie in den vier Wochen über 200 mal Bücher ausgeliehen hat, die meisten ihrer Schüler mehr als ein Dutzend Bücher gelesen haben und noch Wochen später begeistert sind, auch damit hat Frau Leonhardt nicht gerechnet. Der »Aktion Lesekoffer« liegt eine ebenso einfache wie geniale Idee zu Grunde: Wenn die Kinder nicht zu den Büchern kommen, kommen die Bücher zu den Kindern! War es ursprünglich ein voll gepackter Rucksack in Südtirol, sind es nun große, bunte Koffer in ganz Deutschland, die auf Reisen gehen. Das geht so: Die Buchhandlung packt jeweils 50 bis 60 Kinderbücher in fünf stabile, bunte Koffer – ausgewählte beliebte Titel, Geschichten und Sachbücher bunt gemischt. Jedes Buch versieht sie mit einem eingeklebten Reiseverzeichnis. Fünf Koffer sind es, weil ihr Inhalt sich an die Schulklassen 1 bis 5 richtet. Dann reisen die Koffer. Sie bleiben immer vier Wochen lang in einer Schulklasse, bevor sie in die nächste Klasse weiterziehen. Zu jedem Koffer gehören Lesetagebücher, Lesezeichen, Postkarten und ein Plakat, auf dem die Klasse ihre Favoriten notieren kann. Jede Lesekoffer- Übergabe wird in der teilnehmenden Buchhandlung mit einem kleinen Fest gefeiert – mit Buchvorstellungen und Lesetipps derjenigen Kinder, die den Koffer weiterreichen. Irmgard Clausen von der Buchhandlung Riemann in Coburg hat das Lesekoffer-Projekt in seine jetzige Form gebracht. Sie machte es erstmals 2002, begeisterte die Verlage Ravensburger und Oetinger, die das Projekt mit großzügigen Buchspenden, Lesetagebüchern sowie Lesezeichen unterstützen und weitere Buchhandlungen animierten, Irmgard Clausens Beispiel zu folgen. Mittlerweile machen über 50 deutsche Buchhandlungen mit, nächstes Schuljahr sollen es noch mehr werden, wie Jutta Hävecker vom Oetinger Verlag bestätigt.
Artikel vom: 15.04.2005 (rga-online)
Schwanenschüler entdecken neue Länder, Sitten und Gebräuche
(ma). Für die Schwanenschüler ist in dieser Woche Schluss mit dem
Schulbankdrücken. Sie entdecken neue Welten. Das kann man wörtlich nehmen.
Seit Dienstag findet in der Grundschule eine Projektwoche statt, die unter
dem Motto steht "Schau mal über den Tellerrand". Verteilt auf insgesamt 29
Gruppen gehen die Kinder gemeinsam mit Eltern und Lehrer auf eine
Entdeckungsreise in die weite Welt.
Sie lernen den Zauber des Orients kennen, wenn sie sich mit dem Land des
Weihrauchs beschäftigen. Auch Kinderarbeit in der Dritten Welt und fairer
Handel mit sogenannten Entwicklungsländern wird im Rahmen der Projektwoche
zum Thema gemacht, erklärt Rektorin Carolin Maus. So fuhr gestern Lehrerin
Lilo Leonhardt mit einer Schülergruppe nach Wuppertal zum Gepa-Haus, um sich
rund um das Thema fairer Handel zu informieren. Vor Ort in der
Schwanenschule ist auch der Wermelskirchener Eine-Welt-Laden.
Einen besonderen Reiz bekommt die Projektwoche, die von Lehrerin Stephanie
Braunstein organisiert wird, durch die rege Teilnahme von Eltern, die zum
Teil in fernen Ländern geboren wurden oder lange dort gelebt haben. So nimmt
die gebürtige Südafrikanerin Anickah Yon die Schüler mit auf "Safari in
Afrika", Ping Wang gibt Einblicke in die chinesische Kultur oder Petra
Motte, die lange in Thailand gelebt hat, bringt den Kindern das Leben in
Südostasien näher. Auch die internationale Klasse der Schwanenschule
beteiligt sich an der Projektwoche und beschäftigt sich mit dem Thema
"Typisch Deutsch". Am heutigen Freitag präsentieren die einzelnen Gruppen
von 15 bis 18 Uhr in der Schwanenschule ihre Arbeitsergebnisse. Dann hat
auch die Cafeteria geöffnet, die Kulinarisches aus aller Herren Länder
anbietet. Der Erlös aus dem Verkauf der bekannten und unbekannten
Köstlichkeiten ist zur Hälfte für die Opfer der Flutkatastrophe in
Südostasien bestimmt und wird an die von der Bundesregierung initiierten
Aktion "Schulen helfen Schulen" überwiesen, sagt Carolin Maus.
Lesen Sie auch unseren Artikel im "Schwanengeschnatter"...
Artikel vom: 14.04.2005 (Bergischen Morgenpost)
Über den Tellerrand schauen
Die Projektwoche in der Schule Schwanen soll den Grundschülern die gravierenden Unterschiede verdeutlichen, unter denen Kinder dieser Welt aufwachsen. Morgen werden die Projektergebnisse präsentiert.
„Es ist ein ganz besonderes, verbindendes Gefühl, wenn morgens 400 Kinder und etliche Erwachsene gemeinsam singen und damit den Tag beginnen“, sagt Carolin Maus, Rektorin der Gemeinschaftsgrundschule Schwanen. „Wir sind Kinder einer Welt“ erklingt unter Trommelbegleitung. Der verbindende Gedanke steht dann auch hinter den Aktivitäten in der Projektwoche, die am Dienstag begann. Das umfassende Motto: Schau mal übern Tellerrand“. Genau das tun die Kinder in den 30 verschiedenen Aktionsgruppen. Wer die Schule betritt kann`s sogar riechen: Im pädagogischen Zentrum duftet es, thailändische Gerüche ziehen durch den Raum, vermitteln ein Gefühl von Ferne und Fremde. Doch nicht nur die schönen Seiten ferner Länder werden aufgegriffen und den Kindern nahe gebracht. Carolin Maus: „Beispielsweise befasst sich ein Projekt mit Brasilien. Dabei geht`s einerseits um Straßenfußball – auf der anderen Seite wird aber auch die Kehrseite der Medaille, die Armut, in der viele Kinder dort leben, verdeutlicht.“ Die Grundschulkinder, die sagten „Ich wünsche mich ins Pfefferland“, erleben die Dritte Welt unter anderem, indem sie den Eine-Welt-Laden besuchen und dort sehen, welche Waren von weit her kommen. Und im Gepa-Haus in Wuppertal bekommen sie zusätzlich ein Gefühl für diese Produkte. Wie geschickt den Grundschülern die zunächst reine Theorie praktisch nahe gebracht wird, zeigt unter anderem das Projekt „China- ein fernes Land“. Es wird von einem chinesischen Vater geleitet. Bei „Auf Safari durch Afrika“ bildet eine beteiligte südafrikanische Mutter eine Brücke zum Süden des schwarzen Kontinents. „Ziel ist es“, betont Carolin Maus, „den Kindern, denen es hier in Deutschland relativ gut geht, zu vermitteln, dass alle Kinder dieser Welt, alle Menschen hier gemeinsam leben. Und sie sollen sensibilisiert werden dafür, dass viele Kinder in ganz anderen Umgebungen leben, als sie selber, dass es vielen Kindern auf der Welt wesentlich schlechter geht.“ Und so gehören zu den 30 Projekten auch Themen wie „Zwischen Wolkenkratzern und Golden Gate Bridge“ und „Wo die Wikinger hausten und die Drachenboote sausten“. Da wird gelesen, geschaut, gebastelt und getanzt, wobei auch Kostüme selber geschneidert werden. Und mit dem Blick über den Tellerrand soll am Ende die Erkenntnis vertieft sein: „Wir sind Kinder einer Welt“.
Von Werner Januszewski
Lesen Sie auch unseren Artikel im "Schwanengeschnatter"...
Artikel vom: 10.12.2004 rga
Schwanenschule nimmt Gütesiegel "Bewegungsfreudige Schule" entgegen
"Das passt wunderbar zu unserem Schulkonzept." So erinnert Schulleiterin Carolin Maus die Reaktion, als die Nachricht auf den Tisch flatterte: Landesregierung schreibt erstmals Gütesiegel für "bewegungsfreudige Schulen" aus.
An diesem Baustein des Schulprofils haben Kollegium und Schüler(innen) schon viel gearbeitet - angefangen von der mehrtägigen Fortbildung für alle Lehrerinnen und Lehrer, fortgesetzt mit der gespendeten Bewegungsbox, umgesetzt täglich insbesondere in der großen Pause.
Für die 17 Klassen am Schwanen gehört das zum Paket "gesunde Schule" ebenso mit dazu wie beispielsweise die Ernährung. Weshalb es hier "aktive Pausen" gibt. Apfel und Pausenbrot werden in der Klasse gegessen; auf dem Schulhof gibt es Bewegung. Das Kollegium hatte zunächst Angst davor, dass es eine Standleitung in die Ambulanz geben würde. Aber es ist bisher nichts passiert, das heißt weniger als früher. Denn Bewegung ersetzt auch den Streit auf dem Schulhof. Und die Kinder erfahren, wie positiv es sein kann, wenn sie sich untereinander helfen, auf den Stelzen zum Beispiel. Und sie erfahren zu guter Letzt, dass es Alternativen zu ihrer üblichen Nachmittagsbeschäftigung gibt.
"Unser Kinderparlament hat viel mit entschieden", erklärte Carolin Maus. Und hat sich vor allen Dingen die Mühe gemacht, für alle Kinder - also rund 400 - Fragebögen zu schreiben und darauf zu notieren, welche Geräte sie sich wünschen würden. Das heißt die Kinder entschieden mit, dass die Kisten angeschafft wurden, und was drin ist. Und haben auch schon notiert, was sie sich noch wünschen: Zum großen Erstaunen der Erwachsenen stehen auf dem Zettel Dinge, die "ich nie auf die Liste gesetzt hätte" (Maus). Also zum Beispiel Diabolos, Jonglierbälle, Hula-Hoop-Reifen, Springseile und Holzstelzen.
Bisher gab es dafür Sponsorengelder, nicht zuletzt von Krankenkassen und der Stadtsparkasse. Und die Schule hat einen Sponsorenlauf veranstaltet, der ebenfalls dem Bewegungsprojekt zugute kam. Da kommt das mit 1500 Euro dotierte Gütesiegel gerade recht. Das Schulparlament diskutiert bereits, was davon angeschafft werden soll.
Über 200 Bewerbungen gab es für dieses Gütesiegel der Landesministerien für Sport sowie Schule, Jugend und Kinder. 167 Schulen kamen in die engere Wahl, 25 in eine Vorentscheidung. Eine mit Mitarbeiter(inne)n des Ministeriums, der Bezirksregierung und der Kreisverwaltung besetzte Kommission machte sich auf die Rundreise zu diesen Schulen und prüfte, ob auch praktisch stattfindet, was diese theoretisch vorgegeben haben.
Am Schwanen - die Schule ist inzwischen auch Mitglied im Netzwerk gesundheitsfördernder Schulen ("Opus") - fand die Kommission alles im wirkliche Schul-Leben vor, was im Schulprogramm steht und in den schulinternen Arbeitsplänen "Sport" für alle Klassenstufen. Weshalb die Schule einen von 13 Hauptpreisen bekommen wird.
Neun Kinder (Schul- und Klassensprecher) und drei Erwachsene (Schulleitung und je ein Vertreter der Eltern und des Kollegiums) holen den Scheck in Düsseldorf ab.
Von Thomas Wintgen
Artikel vom: 10.12.2004 rga
Schwanenschule führte "Der überaus starke Willibald" auf
Die Schüler(innen) der Klassen 2 d, 3 c, 3 d und 4 a saßen gestern Morgen im Pädagogischen Zentrum der Schule und schauten gespannt dem Mäuserudel zu, das friedlich in einem Haus lebt. Als das Gerücht aufkommt, dass eine Katze ums Haus schleiche, schwingt sich Willibald (Charis Meller) zum Anführer auf.
Er behauptet, dass der Albino "Lillimaus" (Ramona Zauft) für alles Schuld sei, da er anders ist. Also wird er in die Bibliothek verbannt. Wo er sich selber das Lesen beibringt. Mit dieser Fähigkeit rettet Lillimaus später das Rudel vor der Mausefalle, weil sie das Wort als Einzige lesen kann. Und enttarnt Willibald und seine Helfer, "die dicke Hermannmaus" (Mike Mazur) und den "schlauen Mäusejosef" (Nick Lüsebrink), als Lügner.
Seit sie die Klasse unterrichtet, führt Klassenlehrerin Ilona Brand jedes Jahr mit den Schwanenschülern ein anderes Stück auf. Sie haben in der letzten Zeit das Thema der Nazidiktatur und Judenverfolgung - am Beispiel der Stadt Wermelskirchen - durchgenommen. In diesem Rahmen war die Parabel ein gutes Medium, um den Grundschülern die Problematik näher zu bringen.
"Das Thema bleibt bei den Kindern eher haften", erläutert die Lehrerin: "Man muss nur aufpassen, dass es nicht zu bedrückend wird." Das Stück erklärt kinderfreundlich die Mechanismen eines diktatorischen Systems. Und vermittelt die Erfahrung, dass der anders Aussehende keine Spur dümmer sein muss, und dass auch im praktischen Leben Demokratie besser ist als unter einem Despoten zu leben.
Von Karen Dierks
Artikel vom: 27.09.2004 (rga-online)
Kinderschutzbund feierte Fest für Jung und Alt zum Weltkindertag
Buchstäblich "phänomenal" ging es am Sonntag beim Weltkindertag in der
Kattwinkelschen Fabrik zu. Unter dem Motto "Phänomenales. Experimente und
Spaß für Kinder" trafen sich Kinder und Erwachsene zu Spiel und Spaß rund um
Sinneserfahrungen. Rund 15 Vereine unterstützen zudem den Kinderschutzbund,
Ortsgruppe Wermelskirchen, mit zahlreichen Aktivitäten.
Den "politischen Schatten" des Wahlsonntags nutzte Hans Otto Lentz,
Vorsitzender des Kinderschutzbundes Wermelskirchen, um in seiner
Begrüßungsrede zur allgemeinen Kinder- und Familienpolitik Stellung zu
nehmen. "Speziell Kinder werden unter der Abschaffung einmaliger Beihilfen
wie zum Beispiel Kleidung und Schulbedarf erheblich zu leiden haben", mahnte
Lentz. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass von bundesweit 2,81 Millionen
Sozialhilfeempfängern 1,08 Millionen Kinder sind, 6,2 Prozent mehr als im
Vorjahr. Er persönlich plädiere für das skandinavische Modell, in dem durch
Sozialversicherungsbeiträge aus dem allgemeinen Steuertopf die Last auf
allen Bürgern ruhe. In diesen Ländern sei auch die Kauf- und
Wirtschaftskraft sowie die Zahl der Ehrenamtlichen um ein Vielfaches höher.
Das Thema des diesjährigen 13. Weltkindertages entstamme einem Besuch mit
seiner Familie auf der "Phänomenta" in Lüdenscheid, so Lentz. "Physikalische
Spielereien, optische Täuschungen und dergleichen faszinieren die Kinder
derartig, dass ich Ähnliches einfach wieder aufleben lassen musste."
Kistenklettern, Geschicklichkeitsspiele und Kaleidoskope - die
Bogenbinderhalle verwandelte sich in einen echten "Sinnestempel". Silke
Lindhorst, Konrektorin der Schwanenschule, beobachtete die Begeisterung der
Kinder für diese Phänomene. "Es sind eigentlich einfache Dinge, aber den
Kindern macht es Riesenspaß", berichtete die Pädagogin. Theresa (9) konnte
ihre Augen nicht von der selbst gebastelten Lupe lassen, bei der man durch
einen Wassertropfen die Welt ein wenig größer erscheinen lassen konnte. "Mir
haben aber auch die Wortspiele am CVJM-Stand super gefallen", erzählte die
Grundschülerin. Über eine Stunde malte Julia (11) an ihrem kunterbunten Hahn. "Ich male für mein Leben gern", sprach sie aus am Stand des Kinderschutzbundes aus
tiefster Künstlerseele - und das sah man Julias gelungenem Kunstwerk auch
an. Als echter "Luftikus" konnten sich Groß und Klein am Stand der Unicef
erweisen. Wattepusten stand auf em Programm. Echtes Lungenvolumen bewies
hier nur, wer den Wattebausch sicher durch den Parcours ins Ziel pusten
konnte. Für die kesse Karolin (8) kein Problem. "Ich helfe hier meiner
großen Freundin Marie. Den Kindertag finde ich wirklich klasse." Hans Otto
Lentz wies darauf hin, dass dank niedriger Kosten für das Plakat 150 Euro
für die Tschernobyl-Hilfe gespendet werden konnten.
von Anja Carolina Siebel
Fotos und mehr finden Sie in unserem Beitrag im Schwanengeschnatter
Artikel vom: 12.07.2004 (rga-online)
Schwanenschule richtet sein Sommerfest aus
Vom Eingang Danziger Straße deuteten die fünf olympischen Ringe unübersehbar
auf das Motto des Sommerfestes der Schwanenschule. Wer nicht frühzeitig den
Weg dahin suchte, der bekam echte Parkplatzprobleme selbst auf dem
Schwanenplatz, denn der Andrang war enorm.
Das lohnte sich aber auch! Lehrer, Kinder und Eltern der Schule hatten sich
für die eigenwilligen Olympischen Spiele eine Menge einfallen lassen. In
allen Klassenräumen ging es rund mit 15 Aufgaben, von denen es mindestens
neun von den Kids zu bewältigen galt, um eine der begehrten Medaillen zu
ergattern. Ob Gummistiefellauf, Bobbycar-Rennen, Känguruhüpfen, Dosenwerfen,
Nasenballonlauf oder Geschicklichkeitsspiele in der Aula, Müll-Rallye oder
Schiffe versenken (dabei mussten aus Alufolie Boote gebastelt und mit
Murmelfüllungen versenkt werden) - die Begeisterung war riesig. Vor der
Torwand bildeten sich lange Schlangen und die größten Wartezeiten gab es in
der Turnhalle, wo unter dem Motto "Mut tut gut" immer zwei Olympioniken
zusammen"gefesselt" einen Hindernisparcours im Dunkeln zu überwinden hatten.
Zur Entspannung gab es eine Massage bei Kerzenlicht und am Grillstand oder
im Café konnten sich Eltern und Kinder mehr oder weniger kalorienreich
aufbauen. Weit um die Turnhalle führte ein gesponserter Lauf, bei dem die
Kids sich jede Runde von Eltern und Freunden bar honorieren ließen, um den
Spielmaterialvorrat der Schule ergänzen zu können. Obwohl es zwar recht
frisch war, kamen die Aktiven ins Schwitzen. Letztendlich waren alle
Beteiligten froh, die Olympiade fast trocken über die Stunden bringen zu
können.
von Hartmut Engelbrecht
Fotos und mehr finden Sie in unserem Beitrag im Schwanengeschnatter
Artikel vom: 07.07.2004 (rga-online)
Schwanenschule: Entdeckungsreise ins Frühstücksland
Die Schwanenschule hat am Dienstag eine Entdeckungsreise ins Frühstücksland unter dem Motto "Iss dich fit" unternommen. Im Rahmen der Aktionswoche "Sucht hat immer eine Geschichte" haben Kinder, Eltern und Großeltern erfahren, was es Tolles auf dem Frühstückstisch geben kann. "Die Kinder haben mit Begeisterung zugegriffen, obwohl doch alles so gesund war", berichtete Schulleiterin Carolin Maus (rechts) von der uralten Weisheit, dass auch das Auge mit isst. Je abwechslungsreicher und frischer das Frühstück ist, und vor allem auch je ruhiger und entspannter es verläuft, desto wohler fühlen sich Kinder (und Eltern). Schule und Projektwoche wollten natürlich mit "Iss dich fit" auch die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung bewusster machen.
Fotos und mehr finden Sie in unserem Beitrag im Schwanengeschnatter
Artikel vom: 27.05.2004 (rga)
Im Schulparlament erleben Schwanenschüler die Praxis
Die beiden Schulsprecher Sarah Shamlou und Patrick Diogo haben die Sache
längst im Griff. Seit dem Schuljahresbeginn stehen die beiden Viertklässler
den Schulparlament der Schwanenschule vor. Sie leiten die Sitzungen gekonnt.
Das große Palaver gibt es nicht. Diszipliniert geht es zu, wenn sich die
Parlamentarier zu ihren Sitzungen treffen. Das war auch gestern nicht
anders.
Bevor die eigentlichen Beratungen beginnen, geht erst einmal eine
Anwesenheitsliste herum. Zwei Klassen sind entschuldigt, alle anderen sind
anwesend. Doch lange halten sich die Grundschüler damit nicht auf. Sarah und
Patrick lassen erst einmal Revue passieren, welche Projekte sie in der
jüngsten Vergangenheit angeschoben haben. Da ist zum einen der
Toilettendienst, der auf Initiative des Parlamentes eingeführt wurde und von
ihm auch organisiert. Jeweils zwei Schüler sorgen in den Toiletten dafür,
dass dort nicht gespielt oder getobt wird. "Damit dort nicht mit dem Gameboy
gespielt wird", erklärt Sarah. Denn der ist nach den Schulregeln, die das
Parlament beschlossen hat auf dem Schulgelände tabu. Zum Spielen gibt es die
Spielkisten. Eine zweite wurde gerade auf Wunsch der Schüler angeschafft und
mit Spielen bestückt, die sie sich gewünscht haben. Die Kiste wird am
kommenden Mittwoch eintreffen, erfahren die Abgeordneten.
Außerdem kümmert sich das Parlament der Schwanenschüler gegenwärtig um ein
Streitschlichtungsprojekt. Gestern hatten die Klassen Gelegenheit ihre
Vorschläge, dazu einzubringen. Da nur fünf Klassen dies konnten, rüffelte
die Schülersprecherin die Säumigen, dazu könne doch jeder Vorschläge machen.
Einstimmig herrscht aber unter den Kindern, dass als Streitschlichter
ausschließlich Viertklässler in Frage kommen. Es ist nicht das erste
Schulparlament an der Schwanenschule. Vor drei Jahren sei die Einrichtung
von den Schülern gefordert und dann auch eingerichtet worden, erklärt
Schulleiterin Carolin Maus. 34 Abgeordnete - jeweils die Klassensprecher und
ihre Vertreter - sitzen in dem Gremium, das sich den Angelegenheiten der
Schüler annimmt. Alle drei bis vier Wochen kommt das Schülerparlament
zusammen und berät aktuelle Probleme beziehungsweise bespricht laufende oder
geplante Projekte. Lehrer finden sind bei den Treffen nicht mit von der
Partie. Mit einer Ausnahme. Rektorin Carolin Maus darf die Kinder beraten.
Nicht aus eigenem Antrieb. "Die Schüler haben mich ausgewählt, weil ich
keine eigene Klasse habe", erklärt die Rektorin die Entscheidung der
Schüler. Dass sie durchaus etwas bewegen können, wissen die Schüler. "Die
Beschlüsse werden umgesetzt", hebt die Rektorin hervor.
von Michael Albrecht
Artikel aus: (c) Remscheider Generalanzeiger vom 9.3.2004
Mit sechs Starts pro Jahrgang mussten sich diesmal die Grundschulen bescheiden. Nach vielen Jahren war nämlich im Hallenbad die Grundschule Dabringhausen erstmals wieder dabei. Sie erweiterte das Starterfeld bei den 29. Stadtmeisterschaften auf fünf Grundschulen. Über 25 Meter Brust absolvierte die Primarstufe mit 219 Teilnehmern ihre neun Wettkämpfe.
St. Michael konnte ihre beiden Pokale (für die beste Grundschule und in der Staffel) nicht verteidigen. Schwanen stellte diesmal die stärkste Delegation. Rabea Adler und Dirk Feige, beim ausrichtenden WTV mit dem Training der Leistungsgruppe betraut, erkannten viele bekannte Gesichter auf dem Treppchen. Ein paar unentdeckte Talente machten die Späher jedoch aus. Den Kontakt zu deren Eltern werden sie aufnehmen und nachfragen, ob Interesse besteht, intensiver in den Schwimmsport einzusteigen. 26 Mitglieder zählt die Leistungsabteilung des WTV derzeit. Das Gros stellen die Mädchen. Im Jahrgang 93/94 ist der Klub gut aufgestellt, im Jahrgang 95/96 herrscht Mangel. Ansonsten ist in der Spitzenförderung die Tendenz eindeutig: Je älter, desto dünner besetzt. Da ist der Brust-Spezialist Markus Dworatzek (17), die spätberufene Sandra Beckmann (15), die erst vor zwei Jahren anfing, und Daniela Andert sowie Gregor Weinzettel (beide 14).
Ansonsten muss der WTV auf nachwachsende Schüler-Generationen vertrauen. Ein Grund ist, dass mit der Pubertät andere Interessen in den Vordergrund treten. Denn Leistungsschwimmen ist zeitintensiv. Viermal wöchentlich (montags, mittwochs, donnerstags, samstags) trainiert der WTV im Hallenbad. Der WTV hätte gerne weitere Zeiten. Mehr werden jedoch in Wermelskirchen nicht zugestanden. Eine weitere Einheit kann zumindest in Kooperation mit der SG Solingen in der Klingenhalle absolviert werden. Wer Lust hat, reinzuschnuppern, melde sich montags (16.30 - 18 Uhr) bei Rabea Adler im Hallenbad. Was für die Grundschüler galt, war im weiterführenden Bereich nicht viel anders. Die Vereinsschwimmer räumten in den fünf Disziplinen ab. Janika Andert, Hendrik Soyka, Dania Thalmann, Anna Finkenwirth, Felix Gasse, Sabrina Zudeick, Claudia Antosik, Markus Dworatzek und Sandra Beckmann gaben sich in ihren Jahrgängen mit ersten Plätzen in Brust, Kraul, Rücken, Schmetterling und Lagen keine Blöße. Den Pokal verteidigte souverän das Gymnasium.
STADTMEISTER BEI DEN GRUNDSCHULEN
25 m Brust, Jungen, Jg. 96 und jünger: Jona Thalmann (Ost) 0:28,0; 25 m Brust, Mädchen, Jg. 96 und jünger: Lisa Gast (Schwanen) 0:27,0; 25 m Brust, Jungen, Jg. 95: Phillip Horsch (Ost) 0:22,8; 25 m Brust, Mädchen, Jg. 95: Melina Eickhorn (St. Michael) 0:27,3; 25 m Brust, Jungen, Jg. 94: Daniel Hiltemann (Ost) 0:22,4; 25 m Brust, Mädchen, Jg. 94: Olivia Schumacher (Schwanen) 0:21,5; 25 m Brust, Jungen, Jg. 93 und älter: Alexandru Iliescu (St. Michael) 0:21,3; 25 m Brust, Mädchen, Jg. 93 und älter: Isabel Zudeick (Schwanen) 0:20,6; 10 x 25-Meter-Brust, Jungen und Mädchen, Jg. 96: Schwanen 4:13,4. * Endstand nach neun Wettkämpfen: 1. Schwanen 54 Punkte, 2. St. Michael 51 Punkte, 3. Ost 47 Punkte, 4. Hünger 37 Punkte, 5. Dabringhausen 36 Punkte.
Artikel aus: (c) DIE ZEIT vom 27.11.2003
Gesundlernen - Das hüpfende Klassenzimmer
Toben, tanzen, gemeinsam frühstücken – eine Grundschule im Bergischen Land bringt die Kinder auf Trab
In ihrem Freundschaftsbuch hat Jenny verraten, dass sie am liebsten „Pizza, Pommes und süßes Nutella“ isst. Das Lieblingsessen ihrer Freundin Martina besteht aus „Nudeln und Gummibärchen“. Aber in die Rubrik Mein allergrößter Wunsch hat sie „Gesundheit“ geschrieben. Zufall? Oder schon Ergebnis von zwei Jahren Gesundheitsförderung an der Schwanengrundschule? Fest steht jedenfalls, dass die beiden Mädchen aus der zweiten Klasse keine gewöhnliche Schule besuchen. In der Schwanenschule in Wermelskirchen, nahe Remscheid im Bergischen Land, drehen sich viele Stunden und Pausen ums Essen, um Ernährung, Verdauung, Bewegung, den Körper und seine Gesundheit. Da kommt es in der Frühstückspause schon einmal vor, dass ein Schüler einem anderen zuruft: „Igitt, was hast du denn wieder mitgebracht!“ Über so viel Selbstkontrolle und Strenge wundert und freut sich dann vor allem der Lehrer, der vergeblich, und immer wieder mit denselben Eltern, über eine vernünftige Zwischenmahlzeit diskutiert. Letztendlich schaffen es die Schüler schneller, Eistee und Chips von den Frühstückstischen zu verbannen.
„Nicht mal der Schulrat darf in dieser Schule rauchen“
Schulen, in denen sich Lehrer für die Brotdosen ihrer Schüler interessieren, in denen beim Frühstück Geschichten vorgelesen werden, damit in Ruhe und nicht im Rennen gegessen wird, haben in diesem Land noch immer Seltenheitswert. „Gesundheitsfördernd und bewegungsfreudig“ will die Schwanenschule sein und hat das Thema Gesundheitserziehung sogar ins Schulprogramm geschrieben, abgesegnet durch alle 17 Lehrer. Ein folgenschwerer Beschluss, nicht nur weil er mit mehr Arbeit verbunden ist. An der Schwanenschule gilt absolutes Rauchverbot, im Gebäude ebenso wie auf dem gesamten Schulgelände. „Niemand, nicht mal der Schulrat, darf in dieser Schule rauchen“, sagt die Rektorin Carolin Maus. Alles andere wäre inkonsequent. Schließlich hat sich die Schwanenschule vor zwei Jahren auch dem Gesundheitsförderungs- und Suchtvorbeugungsprogramm Klasse 2000 angeschlossen. Mit rund 130.000 Schülern, die man mittlerweile in Deutschland erreicht, sei man das größte Gesundheitsförderungsprogramm für Grundschulen, berichtet das Klasse-2000-Team in Nürnberg.
Lehrer, die rauchend auf dem Schulhof stehen, könnten Schüler schlecht von einem suchtfreien Leben überzeugen, sagt Carolin Maus. Lehrer, die träge auf Bänken sitzen, könnten nicht von ihren Schülern verlangen, die Pause mit Fußball oder Hüpfgummi zu verbringen. Deshalb sieht man die Schulchefin auch mal inmitten einer Kinderschar übers Seil springen.
Deutschlands Kinder werden immer dicker, träger und kränker. Die Einschulungsuntersuchungen offenbaren es: Die Zahl der Kinder, die mit Koordinationsstörungen, Haltungsschwächen, Wirbelsäulenveränderungen und Übergewicht in die Schule kommen, nehmen zu, egal ob in Bayern oder Schleswig-Holstein. Jedes fünfte Kind ist übergewichtig, schätzt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Ärzte diagnostizieren schon bei Kindern und Jugendlichen Krankheiten, die normalerweise erst bei Erwachsenen über 40 auftreten: Bluthochdruck, Altersdiabetes, Rücken- und Gelenkschmerzen oder einen erhöhten Cholesterinspiegel.
Die gesellschaftlichen Folgekosten sind enorm. Schätzungen gehen davon aus, dass schon jetzt ein Drittel der Gesamtkosten des Gesundheitswesens durch ernährungsbedingte Krankheiten verursacht werden. Nun also läuten die Alarmglocken überall. Verbraucherschutzministerin Renate Künast macht das Thema Kinder und Ernährung zum „Aktionsschwerpunkt für die kommenden Jahre“ und erklärt die „Ernährungserziehung zur öffentlichen Verantwortung“. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat die Gesundheitsförderung von Kindern zur „zentralen Aufgabe“ erhoben und mehrere Projekte gestartet. Aber an Ideen und Programmen mangelte es auch in der Vergangenheit nicht; es fehlte und fehlt das Problembewusstsein. Wie so oft, will sich keiner so recht verantwortlich fühlen. „Die Schulen wollen sich nicht als Reparaturbetrieb der Gesellschaft betrachten und überlassen die Gesundheitserziehung den Eltern“, sagt Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Dass die Leistungsfähigkeit ihrer Schüler aber in großem Maße von deren Gesundheit abhänge, sei bei vielen Pädagogen noch nicht angekommen.
In der Schwanenschule schon. Hier hat man den Zusammenhang zwischen Ernährung, Bewegung, Entspannung und Lernen längst erkannt. Es ist neun Uhr morgens, und in der dritten Klasse von Markus Beu sitzt kein Kind müde und gelangweilt am Tisch. Sie alle tanzen das Schubidubidua- Lied, und es wackelt und zappelt die ganze Klasse. Jede Woche gibt es zusätzlich zum Sportunterricht eine Stunde Bewegungserziehung. Die kann im Klassenzimmer, in der Turnhalle oder draußen stattfinden. In der Schwanenschule werden Sport und Bewegung so ernst genommen wie Mathe und Deutsch. Deshalb ist die große Hofpause auch nicht zum Essen, sondern zum Toben und Spielen gedacht. Gefrühstückt wird zuvor in den Klassenräumen. Danach haben die Schüler 20 Minuten Zeit, ihren Schulhof in ein buntes Artisten- und Sportlerlager zu verwandeln. Auf großen und kleinen Stelzen laufen die Mädchen über den Pausenhof, es wird Seil gehüpft, mit Reifen gespielt. Eine Bewegungskiste hält vieles bereit, was in manchen Kinderzimmern gar nicht mehr vorkommt. Auch der Sportplatz wird in der Pause genutzt, meist von spontan zusammengewürfelten Fußballteams.
Klasse 2000 – Suchtprävention ohne erhobenen Zeigefinger
Es gibt keinen Ort auf dem weiten Schulgelände, der nicht von den Kindern erobert werden darf. Jeden Vormittag verteilen sie sich neu auf Seilzirkus, Schleichpfade, den Sitzzaun, gehen Tischtennis spielen oder klettern. „Bewegung ist nichts Selbstverständliches mehr. Ich habe in einer dritten Klasse gefragt, wer einen Ball und wer einen Computer zu Hause hat. Alle hatten einen Computer, nur die Hälfte einen Ball“, erzählt die Rektorin Carolin Maus. Inzwischen freut sie sich über jeden Schüler, der sich zum Geburtstag einen Hockeyschläger wünscht und keinen Gameboy. Das verbucht sie als Erfolg für ihre Arbeit, auch wenn sie weiß, dass sie „nicht mehr als Anstöße“ damit geben kann.
Das gilt für die Bewegungserziehung genauso wie für das Programm Klasse 2000. Ursprünglich wurde es zur Suchtvorbeugung vom Nürnberger Lungenspezialisten Pál L. Bölcskei entwickelt. In den letzten zehn Jahren legte man dann mehr und mehr Wert darauf, Sozial- und Lebenskompetenzen zu vermitteln. Bei Klasse 2000 erhebt niemand drohend den Zeigefinger und warnt vor Raucherbeinen oder Lungenkrebs. Im Gegenteil: Bis zur vierten Klassenstufe merken die Schüler möglicherweise gar nicht, dass es dem Strichmännchen Klaro, der Hauptfigur von Klasse 2000, ganz nebenbei auch darum geht, sie vor Zigaretten oder Alkohol zu schützen. In den ersten zwei Grundschuljahren lernen die Kinder viel über ihren Körper, über Atmung, gesunde Ernährung, die Wirbelsäule, richtige Bewegung und ihre Sinne. In Klasse drei und vier geht es dann auch um solche Fragen: Was versteckt sich hinter Werbung? Was brauche ich zum Glücklichsein? Wie lerne ich nein zu sagen?
„Das Programm vertieft genau das, was wir sowieso täglich versuchen und wollen: Die Kinder stark zu machen“, sagt die Lehrerin Marika Jendrischewski. Stark genug, um sich selbst zu mögen und zu akzeptieren und um anderen klar zu machen, das bin ich, und das will ich. Wenn sie das können und gar nicht erst in eine Opferrolle rutschen, können sie auch Drogen widerstehen, so die Logik. „Das Geniale an dieser Didaktik ist doch gerade, dass es nie um Krankheiten oder Schmerzen geht, sondern immer um den gesunden Menschen, um den Spaß, den man mit einem gesunden Körper haben kann“, sagt die Gesundheitsförderin Silke Kuske, die das Projekt an der Schwanenschule begleitet und zwei bis drei Stunden pro Klasse und Schuljahr unterrichtet. Gesundheitsförderer wie sie, die von Klasse 2000 ausgebildet und an die Schulen geschickt werden, begegnen den Schülern nicht als Lehrer und Notengeber und erzeugen damit oft mehr Motivation. Sie sorgen zudem bei den Lehrern, die mit ihren Stunden eng an die Inhalte der Gesundheitsförderer anknüpfen sollen, für mehr Verbindlichkeit.
Finanziert werden die Klasse-2000-Programme ausschließlich von privaten Spendern, allein 300 Lion-Clubs in ganz Deutschland stehen als Förderer zur Seite. Bayern hat inzwischen Teile des inhaltlichen Konzepts von Klasse 2000 in den Lehrplan der Grundschulen übernommen.
Für die „spielerische Aneignung von Gesundheit und Lebenskompetenz“ sei die Grundschulzeit das wichtigste Zeitfenster, sagt Martina Pötschke-Langer, Leiterin des WHO-Zentrums für Tabakkontrolle am Krebsforschungszentrum in Heidelberg. „Das gelingt nur bis zum zehnten Lebensjahr. In der Pubertät ist es dafür zu spät.“
Klasse 2000 wurde bisher nur einmal, nach Ablauf des ersten Jahrgangs, wissenschaftlich evaluiert. Untersucht wurde das Rauchverhalten der Schulkinder. Am Ende des vierten Schuljahres hatten Klasse-2000-Schüler seltener zur Zigarette gegriffen als andere Kinder. Während in den Gesundheitsklassen 25 Prozent der Schüler von sich sagten, sie hätten bisher mindestens einmal an einer Zigarette gezogen, waren es in der Kontrollgruppe 32 Prozent. Ein weiteres Ergebnis: Bei der Kontrollklasse gaben drei Prozent der Kinder an, öfter zu rauchen, bei den Klasse-2000-Schülern waren es dagegen 1,5 Prozent.
Präventionsprogramme wie Klasse 2000 seien zwar „enorm wichtig und hilfreich, aber immer noch mit viel Frustration und zu wenig langfristigem Erfolg verbunden“, sagt Martina Pötschke-Langer. Nach einer Untersuchung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rauchen bereits 10 Prozent der 12- bis 13-Jährigen zumindest gelegentlich. Bei den 17-Jährigen sind es bereits 44 Prozent. „Und die hören nicht einfach so wieder auf“, so Pötschke-Langer. Dafür spiele der gesellschaftliche Hintergrund eine viel zu große Rolle. Ohne drastische Tabaksteuererhöhungen und ein Verbot der Zigarettenpackungen mit nur zehn Zigaretten, die stark auf jugendliche Raucher zielten, werde sich am „Raucherland Deutschland“ nichts ändern.
Noch können sich viele Schwanen-Kinder nicht vorstellen, jemals an einem Glimmstengel zu ziehen. Die meisten ekeln sich vor dem Gestank des blauen Dunstes. Der neunjährige Besmir flüchtet jeden Nachmittag vor dem Qualm seiner Eltern. „Wenn sie in der Küche rauchen, mache ich im Wohnzimmer Hausaufgaben. Wenn sie im Wohnzimmer rauchen, gehe ich eben in die Küche.“ Da war Kristina aus der dritten Klasse erfolgreicher. Sie hat ihrem Opa das Rauchen schon abgewöhnt!
von Jeannette Otto




